Aktuell droht wegen dem Konflikt rund um Grönland ein neuer Handelsstreit zwischen den USA und der EU. Trump drohte jüngst mit zusätzlichen Strafzöllen von zehn Prozent auf Waren aus den europäischen Ländern, die Soldaten als Zeichen der Solidarität mit Dänemark nach Grönland geschickt hatten. Die EU hat hierzu für Donnerstag einen Sondergipfel in Brüssel einberufen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlug einen G7-Gipfel vor.
Trump bekräftigte zuletzt immer wieder, dass die zu Dänemark gehörende Insel Grönland «von entscheidender Bedeutung» für die internationale Sicherheit und die nationale Sicherheit der USA sei. «Es gibt kein Zurück - darin sind sich alle einig!», schrieb Trump dazu. Er will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen.
Parmelin trifft auf Trump
Für die Schweiz dürfte Trumps Besuch vor allem in Hinblick auf das auszuhandelnde Zollabkommen wichtig sein. Bis zum 31. März muss eine formelle Vereinbarung getroffen werden. Präsident Trump trifft am Mittwoch auf Bundespräsident Guy Parmelin. Der Bundesrat verabschiedete vergangene Woche hierzu sein Verhandlungsmandat. Davos könnte als Plattform für den Beginn der Verhandlungen zum Abkommen dienen.
Auch in Bezug auf einen Friedensplan für die Ukraine könnte der Mittwoch am WEF eine entscheidende Rolle spielen. Laut der ukrainischen Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, könnte es zu einer Unterzeichnung eines Abkommens über Sicherheitsgarantien und zum «wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine» mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro kommen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte seinen Besuch am WEF von dieser Vertragsunterzeichnung oder weitere Hilfszusagen abhängig. «Wenn die Dokumente fertig sind, dann wird es ein Treffen (mit US-Präsident Donald Trump) und eine Reise geben», sagte der Staatschef Journalisten, wie mehrere örtliche Medien übereinstimmend berichteten.
Er werde auch nach Davos reisen, wenn es Zusagen für weitere Unterstützung im Energiebereich oder zusätzliche Flugabwehrsysteme gebe. «Doch bisher habe ich in der Ukraine einen Auftrag, und für mich ist es essenziell, hier alle Dienste zu koordinieren», fügte Selenskyj hinzu.
Vermittler im Nahost-Konflikt erwartet
Auch der anhaltende Konflikt in Nahost wird am Mittwoch Thema sein. Die Bühne betreten Mohammed Mustafa, Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, sowie der ägyptische Präsident Abdel Fattah El-Sisi. Ägypten war zusammen mit Katar bei den Gesprächen zwischen Israel und der Hamas involviert. Die Rede des israelischen Präsidenten Isaac Herzog wird für Donnerstag erwartet.
Am Mittwoch tritt ausserdem Argentiniens Präsident Javier Milei im Davoser Kongresszentrum auf. Erst am vergangenen Samstag unterzeichnete Milei nach über 25 Jahren Verhandlungen, zusammen mit Vertretern der Europäischen Union und vier südamerikanischen Ländern des Staatenbunds Mercosur ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken.
(AWP)
