Unter dem Strich entstanden 324'000 Stellen, wie der Personaldienstleister ADP am Mittwoch zu seiner Firmenbefragung mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Zuwachs im Privatsektor von 189'000 gerechnet, nach revidiert 455'000 im Juni.

Am Freitag wird der offizielle Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, der auch Jobs im öffentlichen Dienst umfasst. Volkswirte erwarten für Juli ein Stellenplus von 200.000 ausserhalb der Landwirtschaft. Im Juni waren es noch 209'000. Aus Expertensicht genügt ein Plus von 70'000 bis 100'000 Jobs pro Monat, um die wachsende US-Bevölkerung mit Jobs zu versorgen.

Die ADP-Umfrage hatte sich in der Vergangenheit nicht immer als besonders treffsicherer Vorlaufindikator für den Arbeitsmarktbericht der US-Regierung erwiesen. Sie wurde daher im vorigen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Stanford Digital Economy Lab überarbeitet.

Zuletzt hatten sich Abkühlungstendenzen am Jobmarkt gezeigt: Die Zahl der offenen Stellen, ein Mass für die Nachfrage nach Arbeitskräften, fiel auf das niedrigste Niveau seit über zwei Jahren: Diese Kennziffer sank per Ende Juni um 34'000 auf 9,582 Millionen - das niedrigste Niveau seit April 2021.

Die Federal Reserve (Fed) will die hohe Inflation in den USA drücken und zugleich den heiss gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Sie hat die Zinsen seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent nach oben getrieben. Wie es im September weitergeht, ist allerdings offen - sowohl eine Pause als auch eine weitere Erhöhung werden von der Fed als möglich erachtet. Die Zentralbank will sich bei der Entscheidung von der Datenlage leiten lassen.

(Reuters)