Der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis sagte am Dienstag, er befürworte zwar weitere Zinssenkungen, da die Wirtschaft auf einem guten Weg sei. Doch sei es für die Zentralbank angebracht, vorsichtig zu agieren und es mit der Lockerung der Zinsschraube nicht zu übertreiben: «Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage halte ich die Kosten einer zu frühen starken Lockerung für höher als die Kosten einer zu spät erfolgten schwachen Lockerung», sagte Musalem.
Denn eine hartnäckige oder gar höhere Inflation wäre gefährlich für die Glaubwürdigkeit der Fed und auch für die künftige Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage, warnte der Währungshüter. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte jüngst gesagt, er rechne in diesem Jahr noch mit zwei weiteren Zinssenkungen um insgesamt einen halben Prozentpunkt.
Die Fed hat Mitte September die Zinswende vollzogen und den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen halben Prozentpunkt gesenkt - auf die neue Spanne von 4,75 bis 5,00 Prozent. Die Währungshüter haben weitere Schritte nach unten fest ins Auge gefasst.
Laut ihrem jüngsten Zinsausblick könnte das geldpolitische Niveau, wie von Powell skizziert, noch dieses Jahr um einen halben Prozentpunkt sinken. Nach weiteren Lockerungen dürfte der Leitzins dann 2026 in einer Spanne von 2,75 bis 3,00 Prozent landen.
(Reuters)
