In den sogenannten Pilotzonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.
Aus Israel und dem Libanon gab es zunächst keine Bestätigung für den Schritt. Erst am Abend hiess es in einer Mitteilung des Militärs, das Programm sei am Montag gestartet worden. Im Rahmen des Pilotprojekts koordinierten und planten Teams der israelischen Streitkräfte, des US-Militärs und der libanesischen Streitkräfte die weitere Umsetzung des Abkommens, hiess es darin. Auf jeden Verstoss gegen das Abkommen werde energisch reagiert werden.
An diesem Dienstag wird Libanons Präsident Joseph Aoun zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus erwartet. Aoun hatte sich zuvor von dem Treffen einen Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon versprochen.
Israels vollständiger Rückzug nach Hisbollah-Entwaffnung
Beide Länder hatten sich Ende Juni nach jahrzehntelangem Kriegszustand auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt. Ein Rahmenabkommen verpflichtet Israel - anders als von der iranischen Führung und der libanesischen Hisbollah-Miliz gefordert - erst dann zum vollständigen Rückzug aus dem Südlibanon, wenn nichtstaatliche Gruppen wie die Hisbollah entwaffnet sind.
Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung allerdings ab. Die Miliz war nicht an den Verhandlungen beteiligt, die in dem Abkommen vorgesehene Entwaffnung weist sie strikt zurück./cir/DP/he
(AWP)
