Der autoritäre Präsident ist unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll sein wegen Wahlfälschung illegal erlangtes Amt genutzt haben, dass Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe selbst für sich daraus Vorteile gezogen und soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben. Bislang hat sich der 63-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäussert.
Er und seine ebenfalls angeklagte Ehefrau waren in der Nacht zum Samstag vom US-Militär in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen und ausser Landes gebracht worden. Seit dem Wochenende sitzt Maduro in einer Haftanstalt in New York ein. Mitangeklagt ist auch sein Sohn, zudem richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister Venezuelas.
Diskussion über die Rechtmässigkeit der Anklage
Experten betrachten den US-Angriff auf Venezuela als Verstoss gegen das Völkerrecht. In einem Prozess gegen Maduro, der womöglich erst im kommenden Jahr beginnt, wird es auch darum gehen, ob er als Staatschef nicht besondere Immunität geniessen sollte - und entsprechend nicht hätte ausser Landes geschafft und angeklagt werden dürfen.
Die venezolanische Regierung betrachtet Maduro weiterhin als legitimen Staatschef. Nach Auffassung der US-Regierung ist Maduro allerdings schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr der rechtmässige Präsident des südamerikanischen Landes. Damals verlor er nach Einschätzung der Opposition und internationaler Beobachter die Präsidentenwahl. Das regierungstreue Wahlamt erklärte ihn trotzdem zum Sieger und er liess sich für eine weitere Amtszeit vereidigen./mj/DP/jha
(AWP)