Die USA hatten am Wochenende Ziele in Venezuela angegriffen und dabei den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefangen genommen und ausser Landes gebracht. Maduro wurde in New York unter anderem wegen Drogendelikten angeklagt. Am Montag erschien er vor Gericht und erklärte sich für nicht schuldig im Sinne der Anklage.
Die Regierung in Caracas hatte nach dem umstrittenen US-Angriff, den die meisten Völkerrechtler als illegal einstufen, mit Unterstützung Chinas und Russlands eine Sondersitzung beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoss gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, hiess es.
Venezuelas UN-Vertreter sagte vor dem Gremium, die Amerikaner hätten Venezuela wegen seiner grossen Rohstoffvorkommen angegriffen. US-Präsident Donald Trump hat seit der Attacke mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass amerikanische Ölkonzerne nun in Venezuela aktiv werden sollen.
Venezuela hatte Sondersitzung beantragt
Der UN-Sicherheitsrat ist eines der wichtigsten Organe der Vereinten Nationen. Seine Aufgabe ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren. Er kann Wirtschafts- oder Reisebeschränkungen gegen Staaten verhängen, völkerrechtlich bindende Resolutionen beschliessen und in extremen Fällen militärische Massnahmen autorisieren - zumeist in Form von UN-Friedensmissionen.
Russland, China und die USA sind neben Frankreich und Grossbritannien die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Diese können mit einem Veto jede inhaltliche Resolution blockieren, auch wenn alle anderen zustimmen. Dadurch ist das Handeln des Gremiums bei vielen Konflikten begrenzt, insbesondere wenn eines der Vetoländer selbst betroffen ist. Der Vorsitz des Weltsicherheitsrates wechselt monatlich, seit Jahresbeginn hat ihn Somalia./hae/DP/mis
(AWP)