Trump hatte am Donnerstag für die Einfuhr patentgeschützter Medikamente in die USA Zölle von bis zu 100 Prozent angekündigt. Für Schweizer Pharmaexporte soll laut einem am Donnerstag vom Weissen Haus veröffentlichten Dekret ein reduzierter Zollsatz von 15 Prozent gelten.
Der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz Interpharma, forderte in der Stellungnahme auf Linkedin, dass sich die Schweiz in ihren Zollgesprächen mit den USA für eine gleichwertige Lösung wie für das Vereinigte Königreich einsetzt. «Das Ziel muss sein, dass die Pharmaindustrie von Zöllen möglichst befreit wird.»
Die von den USA verhängten Zölle gefährdeten die globalen Produktions- und Lieferketten für Arzneimittel, behinderten Forschung und Entwicklung und schadeten Patientinnen und Patienten weltweit. Der Entscheid könne Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben. Die Schweiz müsse sich nun darauf konzentrieren, ihre eigenen Rahmenbedingungen zu verbessern.
«Es braucht umfangreiche Reformen, um den Pharmastandort Schweiz zu sichern, den Patientenzugang zu verbessern und dafür zu sorgen, dass die Schweiz auch künftig attraktiv bleibt für Investitionen in Forschung und Entwicklung innovativer Medikamente», hiess es.
Genaue Auswirkungen unklar
Die nun angekündigten Zoll-Massnahmen sollen in 120 Tagen für grosse Unternehmen und in 180 Tagen für kleinere Firmen in Kraft treten, wie es weiter hiess. Die genauen Auswirkungen für die Schweizer Pharmabranche waren zunächst unklar. Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Pharmafirmen.
Für Länder mit Handelsvereinbarungen - dazu zählen die Schweiz, die EU, Japan und Südkorea - gilt der deutlich tiefere Satz von 15 Prozent. Generika und Biosimilars sind vorerst von den Zöllen ausgenommen, könnten aber zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls einbezogen werden.
(AWP)
