Damit könnten bereits in der kommenden Woche Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan beginnen, sagte Unternehmenssprecher Christian Schmidt. Den Beteiligten bleibe damit eine weitere gerichtliche Auseinandersetzung erspart. Eigentlich sollte über die Einigungsstelle am 3. Juni vor dem Landesarbeitsgericht verhandelt werden.

Verhandlungen bis 20. Juni

Nach Angaben des Zalando-Sprechers sieht der Vergleich auch vor, dass zunächst ausserhalb einer Einigungsstelle verhandelt werde. Sollte bis zum 20. Juni keine Einigung erfolgen, würde am 23. Juni die Einigungsstelle eingesetzt. Laut Schmidt gibt es nun einen verbindlichen zeitlichen Fahrplan für die Gespräche. Ziel sei, die Phase der Unsicherheit für die Belegschaft so kurz wie möglich zu halten.

Eine Sprecherin des Betriebsrats sagte, mit Verhandlungen ohne Einigungsstelle sei eine zentrale Forderung der Arbeitnehmervertretung erfüllt worden. «Es freut uns, dass Zalando jetzt auf unsere Forderung eingegangen ist.» In der nächsten Zeit seien bis zu drei Verhandlungstermine pro Woche geplant. Nach Angaben von Staatskanzlei und Betriebsrat gab es am Freitag ein Treffen der Arbeitnehmervertretung des Logistikzentrums mit Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) in Erfurt.

Noch 2.000 Beschäftigte bei Zalando Erfurt

Das Arbeitsgericht hatte ihre Einsetzung einer Einigungsstelle entschieden, der Betriebsrat rief daraufhin das Landesarbeitsgericht an. Das Arbeitsrecht sieht Einigungsstellen als Schlichtungsinstanz in Unternehmen vor, wenn sich Betriebsrat und Arbeitgeber in wichtigen Fragen nicht verständigen können.

Zalando will das Logistikzentrum, mit dem der Online-Modehändler gross geworden ist, im September schliessen. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn. Von den damals noch rund 2.700 Arbeitnehmer sein derzeit noch rund 2.000 im Unternehmen, so der Betriebsrat. Bei mehreren hundert Arbeitnehmern seien in der Zwischenzeit befristete Verträge ausgelaufen./rot/DP/zb

(AWP)