Rund 145'000 Unterschriften wurden für die Initiative «Für einen nachhaltigen und zukunftsgerichteten Finanzplatz Schweiz» eingereicht, wie der WWF Schweiz am Donnerstag schrieb. Schweizer Finanzakteure richteten heute mit Geschäften im Ausland grosse Schäden an, wird die Finanzplatz-Initiative begründet.

Freiwillige Branchenlösungen und Selbstregulierungen seien wenig wirksam. Deshalb brauche es einen Verfassungsartikel und Verbindlichkeit. Würden Finanzströme von umweltschädlichen Aktivitäten weggelenkt, bringe das den Umstieg auf eine nachhaltige Wirtschaft voran. Das stärke den Finanzplatz langfristig.

Zum Initiativkomitee gehören Vertreterinnen und Vertreter von SP, Mitte-Partei, FDP, Grünen, GLP und EVP sowie der Finanzbranche der Zivilgesellschaft.

Bankiervereinigung lehnt ab

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) lehnt die Finanzplatz-Initiative ab. «In einem globalisierten Finanzmarkt führt ein staatlich verordneter Rückzug Schweizer Finanzinstitute weder zu einer Reduktion der globalen Emissionen noch zu einem wirksamen Schutz der Biodiversität», hiess es in einer Mitteilung. Vielmehr würden entsprechende Finanzierungen rasch durch ausländische Anbieter ersetzt, die oft weniger strengen oder keinen vergleichbaren Vorgaben unterliegen.

Schweizer Banken leisten bereits heute einen substanziellen Beitrag zu einem nachhaltigen Finanzplatz, so der Verband. «Sie berücksichtigen Klima- und Biodiversitätsrisiken in ihrer Kredit- und Anlagetätigkeit und setzen auf wirksame Selbstregulierung und aktives Engagement.»

bol/rw

(AWP)