Die Zürcher Privatbank ist vor rund einem Monat von der Finanzmarktaufsicht Finma in die Liquidation geschickt worden, nachdem die Aufsichtsbehörde zuvor in einem Verfahren gegen die Bank schwere Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäscherei festgestellt hatte.

Zudem hat die Finma in vier Fällen Verfahren gegen nicht namentlich genannte Personen eröffnet. Diese seien im Zusammenhang mit den untersuchten Sachverhalten möglicherweise für Verstösse gegen Aufsichtsrecht verantwortlich, heisst es.

Schwere systematische Mängel

Das Finma-Verfahren habe bei der MBaer «schwere systematische Mängel» bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei, aber auch in der Verwaltungsorganisation und im Risikomanagement gezeigt. Diese betrafen vor allem den Umgang mit Kunden, die von der Schweiz oder international sanktioniert wurden. Mithilfe der Bank hätten diese etwa behördliche Vermögenssperren umgehen können.

Die Finma hatte das Verfahren gegen MBaer bereits 2024 nach Abklärungen über Kunden in Verbindung mit Russland-Sanktionen eröffnet. Für die Aufsichtsbehörde waren in der Folge die Bewilligungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt.

Massive Vorwürfe aus den USA

Zuvor war bekannt geworden, dass die US-Behörden die MBaer als «primäres Risiko für Geldwäscherei» einstufen und der Bank den Zugang zum US-Finanzsystem verwehren wollten. Konkret sollen MBaer und ihre Angestellten Korruption im Zusammenhang mit russischer Geldwäsche aber auch Terrorismusfinanzierung im Auftrag von Terrororganisationen ermöglicht haben, die mit dem Iran verbunden seien.

Die MBaer Merchant Bank wurde von dem aus der Bär-Bankfamilie stammenden Michael «Mike» Bär aufgebaut, der jahrelang in der Konzernleitung der Julius-Bär-Gruppe sass. Im Dezember 2018 erhielt das Institut von der Finma die Banklizenz.

Laut der Finma verwaltete die Bank per Ende 2025 Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken und führte knapp 700 Kundenbeziehungen. Sie beschäftigte mehr als 60 Angestellte.

cf/to

(AWP)