Der Betriebsrat hatte Blume ein Ultimatum bis Freitag gestellt, Stellung gegenüber der Belegschaft zu beziehen. In der Konsequenz werde der Konzernchef nach der Sommerpause in Betriebsversammlungen direkt vor den Kolleginnen und Kollegen nicht nur im Stammwerk Rede und Antwort stehen müssen. «Dabei wird das Hauptaugenmerk der Belegschaft darauf liegen, ob der Vorstand diese Krise mit notwendigen Massnahmen überhaupt gemeinsam mit den Beschäftigten meistern will oder gegen sie», hiess es weiter. Schon am Donnerstag hatte es zahlreiche Protestaktionen gegeben.

Massiver Stellenabbau im Gespräch

Was konkret im nach einem Bericht zuletzt vom Aufsichtsrat abgelehnten Sparpaket steht, ist bisher nur aus Medienberichten bekannt. Laut «Manager Magazin» könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Laut «Bild» könnten es sogar 120.000 sein. Zudem sind vier Werke des VW-Konzerns in Deutschland sogar von Schliessung bedroht: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, stimmten die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen gegen das Paket. Da derzeit ein Sitz der Kapitalseite unbesetzt ist, haben Arbeitnehmer und Niedersachsen zusammen eine Mehrheit von zwölf zu sieben Stimmen im Aufsichtsrat. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass das Land keiner Entwicklung zustimmen werde, «die auf Werksschliessungen als vermeintlich einfache Lösung setzt». VW äusserte sich am Freitag nicht zu einzelnen Abstimmungen im Aufsichtsrat./koe/DP/zb

(AWP)