Das Papier verlor am Morgen zeitweise fast sechs Prozent; zuletzt lag es allerdings nur noch mit 0,4 Prozent im Minus bei 32,70 Euro. Laut Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies hatten sich Experten im Schnitt deutlich mehr Gewinn im Tagesgeschäft ausgerechnet, als mit den neuen Zielen in der Mitte der Prognosespannen zu erwarten sei. Allerdings sei der Auftragseingang zum Jahresende hin auch stärker ausgefallen als gedacht.
Dass die bereinigte operative Marge im vergangenen Jahr vor allem wegen der Zollpolitik in den USA und des schwachen Umfelds für die US-Tochter International um fast drei Prozentpunkte auf 6,3 Prozent abgerutscht war, hatte Traton bereits mit Eckdaten mitgeteilt. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn brach um 45 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro ein. Je Aktie schmolz er auf 3,09 Euro zusammen. Die Dividende soll mit 0,93 Euro daher nur noch gut halb so hoch ausfallen wie ein Jahr zuvor.
Der Umsatz sackte um 7 Prozent auf 44,1 Milliarden Euro ab. Im laufenden Jahr sollen Absatz und Erlös in einer Bandbreite zwischen minus 5 und plus 7 Prozent im Vergleich zu den Vorjahreswerten liegen. Der Auftragseingang nahm 2025 dank hoher Bestellungen aus Europa insgesamt um 7 Prozent auf 281.325 Fahrzeuge zu. In der Heimatregion hatte die schwache Wirtschaftslage lange auf den Orders gelastet. Traton sprach von vielversprechenden Anzeichen.
In den USA hatte die ruckhafte Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr den Logistiksektor durchgeschüttelt. So wissen Spediteure angesichts fraglicher Transportmengen aus den Häfen des Landes heraus kaum, ob sich neue Lkw in den kommenden Jahren ausreichend rentieren.
Die US-Wirtschaft wächst zwar, doch dies ist in grossen Teilen auf Investitionen in KI-Rechenzentren und deren Infrastruktur zurückzuführen. Die allgemeine Industrie schwächelt hingegen. Die Aufträge aus Nordamerika gingen bei Traton im Gesamtjahr um mehr als ein Fünftel zurück; im Schlussquartal lag der Rückgang noch bei zehn Prozent./men/nas/stw
(AWP)
