Tausende Demonstranten setzten sich am Montag kurz vor 19 Uhr von der Stadthausanlage in Richtung Helvetiaplatz in Bewegung. Entlang ihrer Route, die quer durch die Stadt führte, zündeten sie Böller, Rauchpetarden und Feuerwerk.
Mit Transparenten, auf denen «Trump est malade» oder «Shut down WEF» standen, machten sie auf ihr Motto «Trump still not welcome!» aufmerksam, wie eine Reporterin von Keystone-SDA beobachtete.
Gemäss bisherigen Erkenntnissen der Stadtpolizei kam es entlang der Umzugsroute wiederholt zu Sprayereien und Farbbeutelwürfen gegen Fassaden. An der Ecke Bahnhofstrasse/Uraniastrasse schlugen die Demonstranten Schaufensterscheiben ein. Die Höhe des Sachschadens sei noch unbekannt, so die Polizei.
Nach dem Ende der bewilligten Kundgebung formierte sich eine unbewilligte Nachdemonstration im Bereich Militär- und Kasernenstrasse. Unter diesen Teilnehmenden befanden sich Angehörige des «Schwarzen Blocks». Sie errichteten eine Blockade, welche die Polizei erst tolerierte. Kurz nach 21.30 Uhr wurde sie jedoch mit Wasserwerfern aufgelöst.
Bei diesen Ausschreitungen wurden zwar keine Demonstranten, jedoch Polizisten verletzt. Einer wurde von einem Stein am Bein getroffen. Ebenfalls am Bein verletzt wurde ein Polizist durch einen Feuerwerkskörper. Ein dritter Polizist stürzte wegen einer von den Demonstranten errichteten Barrikade am Stauffacher.
SVP fordert hartes Durchgreifen
Die SVP reagierte am Dienstagmorgen empört auf die Ausschreitungen. «Für die SVP ist klar: die Stadtpolizei muss solche Ausschreitungen zukünftig im Keim ersticken und die linksradikalen Chaoten müssen zur Rechenschaft gezogen werden», schrieb sie. Sie fordere seit Monaten «mehr Polizei für unsere Sicherheit». Dazu brauche es eine Aufstockung der Polizeikräfte, besser Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung für die Polizistinnen und Polizisten.
Auf die Ausschreitungen könne es nur eine Antwort geben, schrieb die SVP weiter: Nulltoleranz und hartes Durchgreifen. Einen Schritt in diese Richtung soll die Anti-Chaoten-Initiative bewirken. Erst im Juni 2025 hatte der Kantonsrat der Umsetzung dieser neuen Regelung deutlich zugestimmt. Laut dieser darf die Sicherheitsdirektion die Einsatzkosten der Polizei auf Demonstrations-Teilnehmende abwälzen.
Allerdings ist die Umsetzung durch einen Rekurs blockiert. Die Rekurrenten befürchten, dass das Recht auf Protest ernsthaft gefährdet ist, wenn Polizeikosten auf Demonstrierende und Organisatoren abgewälzt werden.
(AWP)
