China habe es in die Reihen der Grossmächte geschafft. Die USA würden in ihrer Vormachtrolle herausgefordert und veränderten ihre Aussen- und Sicherheitspolitik drastisch.
«Wir sind eine Zeit der Grossmachtpolitik eingetreten», sagte Merz. «Die neue Welt der grossen Mächte ist auf Macht, Stärke und - wenn nötig - auch Gewalt (»force«) gegründet. Sie ist kein kuscheliger Ort», sagte der Kanzler. Diese Situation sei kein unveränderliches Schicksal, machte der Kanzler deutlich. «Um zu bestehen, müssen wir uns mit einer harschen Realität auseinandersetzen und den Kurs mit klarem Realismus bestimmen.»
Merz warnte davor, in der geopolitischen Zusammenarbeit allein auf die Stärke und Macht einzelner zu setzen. «Eine Welt, in der nur Macht zählt, ist ein gefährlicher Ort», sagte er am WEF weiter. Das gelte «erst für kleine Staaten, dann für die mittleren Mächte, und letztlich für die grossen».
Die grösste Stärke entstehe aus der Fähigkeit, Partnerschaften und Allianzen zu bilden, die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt aufbauten. Welches Land er mit seiner Kritik meinte, sagte der Bundeskanzler nicht direkt. Er hob zugleich aber die Bedeutung der Nato hervor.
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(AWP)
