Die Bundesregierung habe Berichte, wonach in China russische Soldaten ausgebildet würden, «mit grosser Besorgnis» gelesen, sagte Wadephul. Europa sei selbstverständlich bereit, seine Kerninteressen zu verteidigen. «Dieser Krieg muss zu einem Ende gebracht werden und es darf wirklich keine einzige Massnahme auch von aussen geben, um diesen Krieg fortzuführen», sagte er mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.
Man habe mit dem chinesischen Botschafter «intensiv, aber auch sehr offen» gesprochen, fügte Wadephul hinzu. «Wir werden auch weiter mit der chinesischen Seite im Gespräch bleiben müssen, weil wir Unklarheiten dort nicht akzeptieren können.»
Russland als «grösste Bedrohung»
Aus dem Auswärtigen Amt hiess es laut «Spiegel» zudem, Russland bleibe «die grösste Bedrohung unserer euroatlantischen Sicherheit». Chinas «entscheidende und wachsende Unterstützung» für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine betreffe daher «direkt unsere Sicherheit». Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe bei seinem Besuch in China im Februar das Thema gegenüber dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping angesprochen, hiess es laut «Spiegel» weiter. Auch bespreche man das Thema intensiv mit den europäischen Partnern.
Die Bitte um ein dringliches Gespräch ist ein Mittel des deutlichen diplomatischen Protests, aber noch keine formelle Einbestellung./shy/DP/he
(AWP)
