«Das zeigt, dass der Einsatz von Sicherheitspersonal und Videotechnik wirkt», teilte Verbandsgeschäftsführer Dirk Flege mit. «Klar ist aber auch, dass weniger Kriminalität kein Selbstläufer ist und dass es weiterhin kluge Konzepte braucht, damit alle Menschen sich sowohl tagsüber als auch in Randzeiten an Bahnhöfen sicher und wohl fühlen.»
Alkoholverbot an mehreren Bahnhöfen ab 1. Mai
Ein wichtiger Schritt könne etwa ein Alkoholverbot an den Stationen sein, betonte Flege. An mehreren Bahnhöfen in Deutschland hat die Deutsche Bahn dieses zum 1. Mai (Freitag) eingeführt, etwa an den Berliner Stationen Zoologischer Garten und Ostbahnhof sowie am Hauptbahnhof in Hannover.
Als besorgniserregend bewertet die Allianz pro Schiene hingegen den Anstieg bei Attacken auf Beschäftigte der Deutschen Bahn und anderer Eisenbahnunternehmen. Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei zwischen 2024 und 2025 nach Angaben der Bundesregierung um elf Prozent auf knapp 2.690 gestiegen. «Diesen Trend gilt es entschieden zu stoppen», teilte Flege weiter mit.
Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter Serhat Çalar
Für bundesweites Entsetzen sorgte Anfang Februar der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in einer Regionalbahn in Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Ticketkontrolle. Ein Fahrgast hatte den 36-jährigen Serkan Çalar mit Faustschlägen gegen den Kopf so stark verletzt, dass dieser starb.
Die Deutsche Bahn hat daraufhin mehrere Sicherheitsmassnahmen verschärft. Alle Beschäftigten mit Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen sollen auf freiwilliger Basis mit sogenannten Bodycams ausgestattet werden, also mit an der Dienstkleidung befestigten Kameras, die in heiklen Situationen aktiviert werden können.
Ausserdem will die Bahn 200 zusätzliche Sicherheitskräfte einstellen. Die Kontrolle des Personalausweises sollen Kontrolleure nach eigenem Ermessen durchführen können. Zuletzt teilte der bundeseigene Konzern mit, auf mehreren Regionalbahn-Linien in der Westpfalz die Doppelbesetzung zu testen, also den Einsatz von zwei Zugbegleitern pro Zug.
Die Massnahme ist eine zentrale Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die die Doppelbesetzung bundesweit auf allen Zügen fordert. Bund und Länder halten das aber nicht für finanzierbar./maa/DP/zb
(AWP)
