Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte auch dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen rund um die Immobilie im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf 711,6 Millionen Euro zu. Unter dem Strich ging der auf die Aktionäre anfallende bereinigte Gewinn vor allem wegen höherer Finanzierungskosten um 7,2 Prozent auf 365,6 Millionen Euro zurück.

Vonovia bewirtschaftete Ende März in Deutschland knapp 471.000 eigene Wohnungen. In Schweden waren es rund 40.000 und in Österreich etwa 20.000, zusammen also knapp 531.000 Wohnungen.

Vonovia profitiert weiterhin wie alle Vermieter von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die monatliche Durchschnittsmiete in Deutschland lag Ende März bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Konzernweit kletterte sie um den gleichen Wert auf 8,46 Euro pro Quadratmeter. In Deutschland lag die Leerstandsquote Ende März bei 1,9 Prozent, was fast eine Vollvermietung bedeutet.

«Vonovia steht als Marktführer im Zentrum des Megatrends Urbanisierung und der damit verbundenen Nachfrage nach Wohnraum», sagte der neue Vorstandschef Luka Mucic, der den Immobilienriesen seit Januar führt. «Mit konventionellen und seriellen Bauverfahren stellen wir unsere Projekte für den eigenen Bestand, aber auch für Dritte zügig fertig.»

In Deutschland unterscheidet Vonovia 15 Regionalmärkte. Die meisten Wohnungen entfallen dabei mit gut 138.000 auf den Raum Berlin. Davon waren Ende März nur 0,8 Prozent nicht vermietet. Die Durchschnittsmiete lag dort bei 8,23 Euro je Quadratmeter.

Die höchste Leerstandsquote gab es mit 3,3 Prozent im Raum Hannover, die höchste Durchschnittsmiete im Raum München mit 10,57 Euro je Quadratmeter, gefolgt vom Rhein-Main-Gebiet mit 10,19 Euro je Quadratmeter. Die niedrigsten Mieten erzielte Vonovia im Regionalmarkt Bremen, wo im Schnitt 7,27 Euro je Quadratmeter erzielt wurden.

«Das Umfeld ist nicht einfach», sagte Finanzchef Philip Grosse in einer Telefonkonferenz. Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr habe der Krieg im Nahen Osten zu erhöhter Volatilität und leicht gestiegenen Finanzierungskosten geführt. Die Refinanzierungskosten im 10-Jahres-Bereich würden derzeit knapp 4,5 Prozent betragen und damit mittel- und langfristig im Rahmen der Erwartungen des Unternehmens liegen.

In diesem Jahr müsse Vonovia noch gut 1,6 Milliarden Euro refinanzieren. In den beiden kommenden Jahren habe das Unternehmen jeweils knapp 5 Milliarden Euro an Refinanzierung vor sich. Sollte sich das Zinsniveau deutlich erhöhen, dann müsse das Unternehmen noch einmal auf die Refinanzierungen und die Geschwindigkeit der Refinanzierung schauen./mne/tob/mis

(AWP)