Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden an.

Einem WSA-Experten zufolge ist diese frühe Zuspitzung ungewöhnlich. Das bestätigt auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde. Demnach sind eigentlich der Spätsommer und der Herbst typische Niedrigwasserzeiten. Dass im Rhein und in anderen Flüssen jetzt schon derart wenig Wasser ist, sei eine besondere Situation. Grüne seien vor allem Trockenheit und Hitze, regionale Schauer könnten nur vorübergehend helfen.

Folgen für Schifffahrt

Doch nicht an allen Pegeln stehen Rekordwerte bevor. In Speyer liegt er rund 30 Zentimeter über dem Tiefstwert, bei Worms sind es 9 Zentimeter Differenz, in Mainz 19 Zentimeter. Am Pegel Koblenz bräuchte es noch 15 Zentimeter für einen Rekord. Auch der Pegel im hessischen Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus-Kreis) ist mit derzeit 49 Zentimetern noch ein Stück über dem niedrigsten bekannten Wasserstand von 31 Zentimetern aus dem Jahr 1947.

Für die Prognosepegel Oestrich, Kaub und Koblenz werden zunächst wieder steigende Wasserstände vorausgesagt.

Dem Amt zufolge ergeben sich daraus unter anderem Auswirkungen auf die Schifffahrt. «Die Schifffahrt kann weniger zuladen, die Fahrten werden dadurch mit fallendem Pegel unwirtschaftlicher.» Weitere Auswirkungen sind etwa, dass die niedrigen Wasserstände alte Munition freilegen, die Personenschifffahrt und Rheinfähren ausgebremst werden und Sportbootsverleihen die Kunden ausbleiben. Hohe Wassertemperaturen führen zudem zu Stress für Lebewesen und mangelnde Sauerstoffverfügbarkeit./agy/DP/mis

(AWP)