«Wir haben noch keine finale Entscheidung getroffen, wie wir damit umgehen», sagte Zurich-Deutschland-Finanzvorstand Torsten Utecht am Dienstag in der Bilanz-Pressekonferenz der Kölner Tochter. An den Gründen, deretwegen man sich zum Verkauf der 700.000 Policen mit hohen Zinsgarantien entschlossen hatte, habe sich nichts geändert. «Aber das Marktumfeld hat sich geändert. Wir müssen nicht um jeden Preis verkaufen», sagte Utecht. Deutschland-Chef Carsten Schildknecht wurde deutlicher. «Wir würden in einem Prozess eine andere Bewertung erwarten.»
Beim ersten Anlauf hätte Zurich mit einem Erlös von rund einer halben Milliarde Euro rechnen können. Mit steigenden Zinsen belasten die Zinsgarantien das Kapital des Versicherers aber weniger stark. Der Verkauf des Portfolios war aber vor gut zwei Jahren am Widerstand der Finanzaufsicht BaFin gescheitert, die den Lebensversicherungs-Abwickler Viridium wegen seiner damaligen Eigentümerstruktur als nicht mehr vertrauenswürdig einstufte. Inzwischen hat der Finanzinvestor Cinven, der bei den Aufsehern in Misskredit geraten war, seinen Anteil an ein Konsortium unter Führung der Allianz verkauft. Seither rechnet sich Viridium neue Chancen aus, doch noch den Zuschlag zu erhalten.
(Reuters)

