Im ersten Quartal sprangen die Bruttoprämien im Schaden- und Unfallgeschäft um 17 Prozent auf 15,6 Milliarden US-Dollar in die Höhe, wie die Zurich am Mittwoch bekanntgab. Der Zuwachs ist zum Teil mit dem klar schwächeren Dollar zu erklären. Um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigt verblieb aber immer noch ein Plus von 8 Prozent.
«Alle unsere Geschäftsbereiche verzeichneten einen starken Start ins Jahr, wobei sich das Wachstum in ausgewählten Geschäftsbereichen und Kundensegmenten wie Specialty, Middle Market und Vorsorgeschutz beschleunigte», sagte Finanzchefin Claudia Cordioli an einer Telefonkonferenz zu Journalisten.
Zielsegmente auf Vormarsch
Der Zurich gelang es damit, in von ihr anvisierten Segmenten zuzulegen, die höhere Margen versprechen. In der Einheit Global Specialty etwa stiegen die Einnahmen bereinigt um 7 Prozent, auch dank dem Zuwachs in der margenstarken US-Bauversicherung (+21 Prozent). Treiber dort sind Infrastrukturprojekte und der Boom beim Bau von Datacenter in den USA.
Zulegen will die Zurich auch im Geschäft mit mittelgrossen Firmenkunden (Middle Market). Dort gelang es im Startquartal, das Prämienvolumen um 7 Prozent zu steigern.
Im gesamten Firmenkundengeschäft rückten die Bruttoprämien, von Nordamerika und europäischen Märkten wie Deutschland, Italien oder Spanien getragen, um 9 Prozent vor. Aber auch bei den Privatkunden (+7 Prozent) legte die Gruppe zu. Die gute Nachfrage nach Motorfahrzeugversicherungen und höhere Tarife gaben da Rückenwind.
Auch das Lebengeschäft entwickle sich wie gewünscht, trotz eines Volumenrückgangs von 5 Prozent, wie Cordioli betonte. Die Zurich forciert den Verkauf mit Vorsorgeschutzprodukten (+9 Prozent), während das tiefmargige Sparversicherungsgeschäft schrumpft. Zugleich wuchs der US-Partner Farmers, für den Zurich Dienstleistungen erbringt, mit 4 Prozent.
Mit Zielen auf Kurs
Angaben zu den Gewinnzahlen macht die Zurich zum ersten Quartal jeweils keine. Und was die bis 2027 gesetzten Ziele betrifft, sieht Cordioli den Konzern nach wie vor gut aufgestellt, um diese zu erreichen oder gar zu übertreffen. Im Fokus steht die Eigenkapitalrendite, die über 23 Prozent liegen soll.
In die nächste Strategieperiode 2028 bis 2030 werden dann die Perspektiven fliessen, die der Milliardenzukauf der Beazley-Gruppe bietet. Mit den Briten will Zurich zu einem weltweit führenden Spezialversicherer in Sparten wie Cyber, Infrastruktur oder erneuerbare Energien aufsteigen.
Nachdem Ende April auch die Aktionärinnen und Aktionäre der Briten der Fusion zugestimmt haben, fehlen noch behördliche Genehmigungen und ein grünes Licht eines britischen Gerichts. Den Abschluss der Übernahme strebt Zurich weiterhin in der zweiten Jahreshälfte 2026 an.
Aktie erholt sich
An der Börse wurden die Zahlen zur Volumenentwicklung der Zurich positiv aufgenommen. Vor allem die Wachstumsbeschleunigung im Nichtlebengeschäft kam bei Anlegern und Analysten gut an. Gegen Mittag rückten die Zurich-Papiere um gut 3 Prozent vor, nachdem sie davor seit Jahresbeginn um rund 10 Prozent an Wert eingebüsst hatten.
mk/tp
(AWP)
