Von Nicolas Saurenz
Der SpaceX-Börsengang wurde auch in Europa zu einem Ereignis. Aufgrund des enormen Emissionsvolumens nahm man erstmals bei einem Nasdaq-IPO dieser Größenordnung auch europäische Privatanleger ins Boot. Was von Experten als Warnsignal interpretiert wurde, ging für hiesige Tech-Fans auf. Kurzfristig ließen sich hohe Zeichnungsgewinne realisieren.
Im Vorfeld waren die Erwartungen so hoch, dass der Börsengang eigentlich nicht scheitern durfte. Denn für die begleitenden Banken war der größte Börsengang aller Zeiten ein Riesengeschäft, Broker profitieren vom hohen Handelsinteresse, etablierte Aktien hoffen auf eine Fortsetzung des Bullenmarktes, und bei Anthropic und OpenAI hat man vor möglichen eigenen Börsengängen ebenfalls genau hingesehen.
Mit dem Debüt an der Nasdaq ist nicht einfach ein Raketenbauer handelbar geworden. Anleger kaufen nun direkt in das wohl ambitionierteste Konglomerat der Gegenwart hinein. SpaceX verbindet Raumfahrt, Satelliteninternet, Verteidigung, künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Robotik. Gleichzeitig winkt vielleicht sogar die Verschmelzung mit Tesla.
Produktidee: Warrants
| Richtung | Call |
| Basiswert | SpaceX |
| Währung | CHF |
| Ausübungspreis | 150 USD |
| Laufzeit | Oktober 2026 |
| ISIN | CH1572830680 |
Im Vorfeld hatte Musk mit einem für ihn typischen Schachzug die Bewertung von SpaceX massiv angeschoben, indem er den Raketenbauer mit X und xAI verschmolz. Schon 2016 ging Musks Unternehmen SolarCity in Tesla auf.
Nun spielt SpaceX mit der K.I-Infrastruktur von xAI direkt im Rennen der künstlichen Intelligenz mit. Zudem konnte man wenige Tage vor dem Börsengang einen lukrativen Vertrag mit Alphabet präsentieren, das wiederum selbst Anteile an SpaceX hält.
Die Bewertung liegt bereits oberhalb von zwei Billionen Dollar. Damit spielt SpaceX aus dem Stand in einer Liga mit Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon und Alphabet. Für ein Unternehmen, das 2025 zwar kräftig wuchs, aber noch keinen stabilen Gewinn ausweist, ist das eine gewaltige Vorschusslorbeere. Insbesondere Tesla zeigt seit Jahren, wie Anleger bereit sind, diese Bewertungsspannen zu akzeptieren, solange die Story stimmt.
Denn ähnlich wie bei Tesla hält Musk mit Versprechen nicht zurück. Er brachte zu Wochenbeginn einen möglichen Umsatz von einer Billion Dollar im Jahr 2030 ins Spiel. Das liegt weit über den vorsichtigeren Schätzungen vieler Analysten. Aber Musk-Aktien wurden selten nach vorsichtigen Szenarien gehandelt.
Spannend ist dabei vor allem der Blick über SpaceX hinaus. COO Gwynne Shotwell deutete am Tag des Börsengangs an, dass eine spätere Annäherung oder sogar Zusammenführung mit Tesla keineswegs ausgeschlossen sei. Eine Fusion könne Elon Musks Leben möglicherweise erleichtern, sagte sie sinngemäß.
Schon heute gibt es operative Berührungspunkte. SpaceX nutzt Tesla-Technologie, etwa bei Energiespeichern und Fahrzeugen für eigene Standorte. Gleichzeitig arbeiten Musk-Unternehmen an gemeinsamen industriellen Grundlagen wie Chipproduktion, Robotik und KI-Infrastruktur.
Dan Ives, einer der bekanntesten und lautesten Tech-Analysten der Wall Street, sprach bereits von einer Art „Holy Grail“-Szenario, falls Tesla und SpaceX irgendwann zusammengeführt würden. Der Wedbush-Analyst sieht die Wahrscheinlichkeit bei 80 Prozent.
Regulatorisch wäre ein Zusammenschluss womöglich weniger schwierig, als es die Größenordnung vermuten lässt. Tesla und SpaceX operieren in unterschiedlichen Kernmärkten.
Anleger sollten dennoch nicht übersehen, wie viel Risiko bereits im Kurs steckt. SpaceX bleibt eine Momentum-Wette. Unterstützt wird die Aktie kurzfristig von der anstehenden Aufnahme in die Nasdaq-Indizes. Damit müssen volumenstarke ETFs die Aktie kaufen. Gleichzeitig werden spätere Lock-up-Fristen und mögliche Verkäufe früher Investoren den Markt belasten können.
SpaceX wurde zum erwarteten Erfolg. Nun muss die Aktie in ihre Bewertung wachsen.
Produktidee: Warrants
| Richtung | Call |
| Basiswert | SpaceX |
| Währung | CHF |
| Ausübungspreis | 150 USD |
| Laufzeit | Oktober 2026 |
| ISIN | CH1572830680 |
