Von Nicolas Saurenz
Anfang April bot sich ein ungewohntes Bild: Die „Magnificent Seven“ notierten seit Jahresbeginn allesamt im Minus. Die Spanne reichte von moderaten Verlusten bei Amazon und Alphabet bis hin zu Abschlägen von rund 30 Prozent bei Microsoft oder Meta.
Neuen Schwung könnten Börsengänge bringen. An der Wall Street richtet sich der Blick derzeit besonders auf den neuen KI-Liebling Anthropic. Auch SpaceX wird sehnsüchtig erwartet. Aktuell wird damit gerechnet, dass der Konzern im Juni an die Börse gehen könnte — mit einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden Dollar und einer Bewertung von bis zu 1.75 Billionen Dollar. Das wäre grösser als Saudi Aramco und auf Anhieb der grösste Börsengang der Geschichte. Ein solcher Deal würde nicht nur Kapital anziehen, sondern die Fantasie für einen ganzen Sektor neu entfachen. Die Wall Street liebt IPOs besonders dann, wenn sie ein neues Zeitalter verkörpern.
Wer in Weltraumaktien investiert, kauft nicht bloss Satellitenbauer. Er setzt auf Infrastruktur, staatliche Budgets, technologische Skaleneffekte — und auf die Vorstellung einer digitalen Zukunft im All. Laut ESA-Chef Josef Aschbacher umfasst die Weltraumwirtschaft heute rund 600 Milliarden US-Dollar und könnte bis 2035 auf 1.8 Billionen Dollar wachsen. Das entspräche einem jährlichen Plus von rund zehn Prozent. Für Anleger ist das eine Startrampe voller Möglichkeiten.
Der technische Treibstoff sind sinkende Kosten. SpaceX hat die Startkosten pro Kilogramm Nutzlast von mehr als 54.000 US-Dollar auf rund 2.700 US-Dollar gesenkt, Falcon Heavy kommt auf etwa 1.500 US-Dollar. Die Wiederverwendung von Raketenstufen reduziert die Grenzkosten um 70 bis 90 Prozent. Das frische Kapital aus dem Börsengang soll unter anderem in KI-Kapazitäten und weltraumgestützte Rechenzentren fliessen. Je mehr Details dazu durchsickern, desto ernster dürften Anleger den Weltraum als Investmentthema nehmen.
Das operative Fundament ist Starlink. Analysten verweisen für 2025 auf einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Dollar und ein EBITDA von rund 8 Milliarden Dollar; ein Grossteil der Bewertung wird mit dem Satellitengeschäft begründet. Starlink soll inzwischen zwischen 9 und 10 Millionen Kunden haben. Angesichts der erwarteten Marktkapitalisierung wäre damit ein Kurs-Umsatz-Verhältnis jenseits der 100 denkbar. Unter fundamentalen Gesichtspunkten wäre SpaceX extrem teuer. Doch die US-Märkte handeln gern Stimmung und Geschichte.
EchoStar ist die greifbarere Vorwette
Für Anleger in Europa lautet die praktischere Frage, wie sich das Thema schon heute spielen lässt. Hier kommt EchoStar ins Spiel. Das US-Unternehmen mit Sitz in Colorado hatte im September 2025 den Verkauf von Mobilfunkfrequenzen seines AWS-4- und H-Block-Spektrums an SpaceX vereinbart. Laut Unternehmensangaben umfasst der Deal rund 17 Milliarden Dollar, davon bis zu 8.5 Milliarden Dollar in SpaceX-Aktien. Im November wurde die Vereinbarung um AWS-3-Lizenzen erweitert, die zusätzlich mit rund 2.6 Milliarden Dollar in SpaceX-Aktien bewertet wurden.
EchoStar ist damit ein klassischer Proxy. Kurzfristig geht es weniger um das Kerngeschäft im Satelliten- und Fernsehmarkt. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten vor allem die gestiegene Euphorie rund um einen möglichen SpaceX-Börsengang gespielt. Risikoaffine Anleger setzen mit einem EchoStar Long Mini-Future (CH1504404604) auf einen erfolgreichen Börsengang.
Produktidee: Long Mini Future
| Richtung | Long |
| Basiswert | ECHOSTAR CORP-A |
| Währung | CHF |
| Hebel | 2.6 |
| ISIN | CH1504404604 |
