Die Vorsorge beginnt in den Kinderschuhen

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Vernachlässigt wird oft das Schaffen eines Finanzpolsters. cash zeigt die Optionen auf.
12.09.2016 18:55
Von Marc Forster
Kinder kosten: Finanzinstitute bieten Spar- und Anlagepläne spe­­ziell für Kinder oder Jugendliche an.
Kinder kosten: Finanzinstitute bieten Spar- und Anlagepläne spe­­ziell für Kinder oder Jugendliche an.
Bild: ZVG

Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder beim Erreichen des Erwachsenenalters und darüber hinaus einen finan­ziellen Grundstock haben. Finanzinstitute bieten Spar- und Anlagepläne spe­­ziell für Kinder oder Jugendliche an. Eltern ­könnten darin beispielsweise einen Teil der Kinderzulage einzahlen. Eine Über­legung ist aber auch wert, ob für die Vorsorge der Kinder Risiken versichert werden sollen.

► Sparen
Das einfache «Sparbüechli» oder Jugendkonto dient dem Vermögensaufbau. Der Vorteil ist, dass kein periodischer Zwang zum Einzahlen besteht. Der Nachteil: Die Zinsen sind derzeit sehr tief, selbst wenn die Banken Kinder- und Jugendkonten noch etwas besser verzinsen als normale Sparkonten. Verzinsungsgarantien gibt es keine.

► Fondsplan
Fondssparpläne für Kinder und Jugendliche unterscheiden sich nicht wesentlich von solchen, die für Erwachsene angeboten werden. Allenfalls kommen Jugendliche in den Genuss tieferer Gebühren. Weil bei ihnen der Anlagehorizont besonders lang ist, können risikoreichere Anlagen in den Fonds aufgenommen werden. Später sollte man die Risiken aber reduzieren.

► Invaliditätsversicherung
Eltern müssen sich bewusst sein, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung eines Kindes hohe Kosten mit sich bringen kann. An eine mögliche Invalidität eines Kindes nur schon zu denken, ist schmerzhaft. Weil Invalidität eine lebenslange Bedingung ist, ist für diesen Fall eine Rente für die Betroffenen versichert.

► Lebensversicherung
Reine Spar-Lebensversicherungen bedingen, dass periodisch Geld einbezahlt wird. Wenn Eltern für Kinder ein solches Modell wählen, sollten sie Prämien festlegen, die sie sicher bezahlen können. Im Erwachsenenalter kann das Kind dann entscheiden, ob es die Lebensversicherung weiterführt. Doch Vorsicht: Aussteigen aus Lebensversicherungsmodellen bringt Verluste.

► Ausbildungsversicherung
Eltern zahlen periodisch ein, damit für die Ausbildung ein gewisser Betrag zur Verfügung steht. Im Fall einer Erwerbsunfähigkeit der Eltern übernimmt hier der Versicherer die Prämien. Die Verbindung von Sparen und Risiko ist bei Vorsorgeexperten aber umstritten. Manche argumentieren, dass man dies besser getrennt angeht.

► Risiko-Lebensversicherung
Auch Lebensversicherungen mit Risikoteil erfordern eine dauernde Einzahlung. Bei Risiko-Lebensversicherungen können Eltern ihre Kinder als Begünstigte einsetzen, falls ihnen etwas zustösst. Damit sind die Kinder vor einer finanziellen Notlage geschützt, wenn sie ihre Eltern verlieren.
 

Goldvreneli

Die 20-Franken-Goldmünze ist ein Bestandteil des traditionellen Erbes der Schweiz und wird Kindern nach wie vor zur Geburt geschenkt. Der Wert eines Goldvrenelis (Mitte 2016 bei etwa 250 Franken) hängt vom Goldpreis ab, aber auch vom Wert als historisches Objekt. Die Münzen haben damit also durchaus Anlagecharakter mit der Aussicht, über die Jahre an Wert zu gewinnen. Zwischen 1897 und 1949 wurden 58,6 Millionen Stück der 6,5 Gramm schweren Münzen geprägt. Es sind auch rund 2,6 Millionen 10-Franken-Goldvreneli im Umlauf, die halb so schwer sind. Selten sind 100-Franken-Vreneli, die 32 Gramm wiegen. Von ihnen verliessen nur 5000 Stück die Pressen.

 

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