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Eine neue Woche – eine neue milliardenschwere Übernahme bei Novartis. Das Pharmaunternehmen aus Basel lacht sich die britische Myricx Bio an, wie aus einer frühmorgens versandten Medienmitteilung hervorgeht. Über die Vorauszahlung von 1,1 Milliarden Dollar hinaus sieht die Vereinbarung auch Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 400 Millionen Dollar vor.
Es ist dies der neuste Streich des langjährigen Firmenchefs «Vas» Narasimhan. Unter seiner Leitung hat Novartis seit Februar 2018 überschlagsmässig Firmenübernahmen und Produkteinlizenzierungen im Gesamtbetrag von umgerechnet bis zu 70 Milliarden Franken bekanntgegeben – davon alleine in den vergangenen 18 Monaten für umgerechnet fast 25 Milliarden Franken. Das ist selbst für ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 240 Milliarden Franken eine ganze Menge.
Bisher begegnete man dieser Abfolge von milliardenschweren Firmenübernahmen und Produkteinlizenzierungen in Analystenkreisen fast ausschliesslich mit wohlwollenden Worten. Angesichts der zuletzt hohen Taktfrequenz an immer neuen Transaktionen werden erstmals auch kritische Stimmen laut.
Der Vontobel-Analyst Stefan Schneider etwa zeigt sich überrascht, dass Novartis mit der britischen Myricx Bio eine Technologieplattform erwirbt, die noch keine Wirkstoffe im späten klinischen Entwicklungsstadium hervorgebracht hat. Ihm erscheine ausserdem die Vorabzahlung mit Blick auf die möglichen Meilensteinzahlungen eher hoch, wie er weiter schreibt. Nachdem sein Kursziel von 128 Franken erreicht wurde, stuft Schneider die Aktien des Basler Pharmaunternehmens von «Buy» auf «Hold» herunter. Das ist nichts als konsequent.
Der Kurs der Novartis-Aktien ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen. (Quelle: www.cash.ch)
Firmenchef «Vas» Narasimhan scheint – man kann es nicht anders sagen – immer mehr in einen wahren Kaufrausch zu verfallen. Und wie der Vontobel-Analyst durchaus berechtigt festhält, weicht er mit der heute Montag bekannt gewordenen Übernahme in Grossbritannien vom eigentlichen Beuteschema ab.
Jede Firmenübernahme und jede Einlizenzierung ist bekanntlich auch eine Wette. Und längst nicht jede dürfte unter einem guten Stern stehen und sich für das Unternehmen lohnen.
Dass Novartis parallel dazu über eine zweite Handelslinie eigene Aktien zurückkauft, mag aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre zwar durchaus begrüssenswert sein. Dass die Basler dabei selbst zu rekordhohen Kursen beherzt zugreifen und so die Kursentwicklung weiter befeuern, kann jedoch nicht der Sinn und Zweck sein.
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Die Aktien von Stadler Rail konnten zuletzt weiter Boden gutmachen. Wer Mitte März die Nerven verlor und sich bei Kursen unter 18 Franken von seinen Titelbeständen trennte, dürfte sich wohl hintersinnen. Um nicht weniger als 40 Prozent ging es für die Valoren des Zugbauers aus dem thurgauischen Bussnang seither nämlich nach oben.
Nun, da die Aktien Fahrt aufgenommen haben, melden sich die Autoren eines deutschen Anlegerbriefs zu Wort. In der neuesten Ausgabe des in hiesigen Börsenkreisen auch als «Düsseldorfer» bekannten Anlegerbriefs preisen sie die Valoren von Stadler Rail neuerdings mit einem Ziel von 31 Franken zum Einstieg an – getreu dem französischen Sprichwort «L'Appétit vient en mangeant».
Für die Aktien von Stadler Rail gab es in den letzten Wochen viel kursseitige Vorschusslorbeeren (Quelle: www.cash.ch)
Ihres Erachtens dürfte vom 3,5 Milliarden Euro schweren Grossauftrag aus Berlin deutlich mehr als die Hälfte auf das Thurgauer Unternehmen entfallen. Der Rest dürfte in den Auftragsbüchern des Konsortialpartners Siemens Mobility hängen bleiben.
Um ihrer Kaufempfehlung den nötigen Nachdruck zu verleihen, setzen die Anlegerbriefautoren den Börsenwert von gut 2,3 Milliarden Franken ins Verhältnis zu den randvollen Auftragsbüchern in Höhe von 32,3 Milliarden Franken – Stand Ende Dezember.
Leider wissen gerade die langjährigen Aktionärinnen und Aktionäre des Zugbauers nur zu gut, dass randvolle Auftragsbücher alleine noch lange kein Erfolgsgarant sind. Denn schliesslich ist es dem Unternehmen in den letzten Jahren nur bedingt gelungen, den Auftragsbestand in vernünftige Gewinne und folglich in Dividenden umzumünzen.
Auch Firmenchef Markus Bernsteiner – er sitzt seit Januar 2023 auf dem Chefsessel – muss den Beweis erst noch antreten, dass ihm das künftig gelingt. Ansonsten gehen den Aktien die kursseitigen Vorschusslorbeeren der vergangenen Wochen und Monate schnell wieder verloren...
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