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Rückkauf eigener Aktien zu Höchstkursen: Schaffen UBS, ABB und Co. wirklich Aktionärswerte?

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Rückkauf eigener Aktien zu Höchstkursen: Schaffen UBS, ABB und Co. wirklich Aktionärswerte?

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Grosse Unternehmen wie die UBS, ABB oder Novartis kaufen für zig Milliarden eigene Aktien zurück - und das zu Höchstkursen. Dass es auch anders geht, zeigt eine kleinere Firma aus Baar.

22.06.2026   12:00
Von cash Insider
Eine Fahne mit dem Firmenlogo  der UBS (2025).

Eine Fahne mit dem Firmenlogo der UBS (2025).

Quelle: IMAGO/Hanno Bode

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Swiss Re macht es – genauso wie die schweizerisch-schwedische ABB oder auch die UBS. Die Rede ist vom Rückkauf eigener Aktien. Wer etwas auf sich hält, kauft eigene Aktien zurück. Von den 20 Grossunternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) führen neben den drei genannten Firmen auch der Sanitärtechnikspezialist Geberit sowie die Basler Novartis nicht operativ benötigte Mittel über Rückkäufe an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurück.

Novartis, ABB und die UBS lassen sich selbst von den im langjährigen Vergleich luftig hohen Kursen nicht abhalten. Fleissig lachen sie sich über eine zweite Handelslinie von den eigenen Aktien an – und verschaffen letzteren damit zusätzlich Rückenwind.

ABB führt die diesjährige Gewinnerliste mit einem Plus von knapp 47 Prozent denn auch unangefochten an. Innerhalb weniger Jahren hat sich der Börsenwert des schweizerisch-schwedischen Industrie-Urgesteins mehr als verdreifacht. Als sich der für seine aktive Einflussnahme bei Unternehmen gefürchtete Finanzinvestor Cevian Capital im Frühsommer 2015 bei Kursen knapp unterhalb von 20 Franken einnistete und von Kursen von 35 Franken sprach, war das mediale Echo riesig. Am Freitag bei Börsenschluss kosteten dieselben Aktien gut 87 Franken. Im Laufe des Nachmittags wurden in der Spitze sogar Kurse von bis zu 87,54 Franken bezahlt – ein neuer Rekord.

Die Aktien von SMI-Leader ABB kennen kein Halten (Quelle: www.cash.ch)

Bei jenen der UBS ist es hingegen noch immer ein gutes Stück bis zum Rekordhoch vom Februar 2007 bei 75,54 Franken. Mit 41 Franken notieren die Valoren der grössten Schweizer Bank jedoch um gut elf Prozent über dem Stand von Anfang dieses Jahres und damit auf dem höchsten Stand seit der Zeit vor dem Kollaps der amerikanischen Investmentbank Lehman Bros.

Dennoch kaufte die UBS im Rahmen ihres mit drei Milliarden Dollar dotierten Rückkaufprogramms auch in den vergangenen Tagen über die zweite Handelslinie wieder bis zu 24'000 Aktien täglich. Dem steht ABB in Nichts nach. Die Zürcher Kantonalbank stuft die UBS-Aktie heute Montag denn auch von «Übergewichten» auf «Marktgewichten» herunter. Obwohl der zuständige Analyst Ausano Cajrati Crivelli seine Schätzungen für die Aktienrückkauftätigkeit erhöht, hält er einen Grossteil der positiven Entwicklung bereits für eingepreist und die Aktie folglich für fair bewertet.

Regelmässige Leserinnen und Leser meiner Kolumne wissen, dass mir das prozyklische Verhalten börsenkotierter Unternehmen bei ihren milliardenschweren Aktienrückkaufprogrammen ein Dorn im Auge ist. Meines Erachtens sollten Firmen wie ABB oder der UBS die Erfahrungen Nestlés mit dem Rückkauf eigener Aktien eine Lehre sein.

Zur Erinnerung: Über die Weihnachtstage 2024 informierte der Nahrungsmittelmulti aus Vevey die Öffentlichkeit darüber, dass man in den vorangegangenen zwei Jahren insgesamt 187,4 Millionen Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 106,74 Franken das Stück zurückgekauft habe.

Ich begegnete der Medienmitteilung damals mit folgenden Worten:

...und weiter...

Nun, da die Valoren von Nestlé zwischen 70 und 80 Franken hin-und-her-pendeln, fehlen dem Nahrungsmittelmulti die finanziellen Möglichkeiten, um der Kursflaute mit einem neuen Rückkaufprogramm zu begegnen. Ein Vermächtnis des einstigen Firmenchefs Mark Schneider der ungemütlichen Art an seinen heutigen Nachfolger Philipp Navratil. Dass das Unternehmen unter Schneider eigene Aktien auf Pump zurückkaufte, rächt sich nun.

Ascom hat im Kurstal wacker eigene Aktien zugekauft (Quelle: www.cash.ch)

Wie man es besser macht, zeigt sich am Beispiel von Ascom. Erst vor wenigen Tagen informierte der Anbieter von Kommunikationslösungen für Spitäler darüber, im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms insgesamt drei Millionen Titel oder 8,3 Prozent des Gesamtkapitals zu einem Durchschnittskurs von 4,47 Franken erworben zu haben.

Das Rückkaufprogramm wurde Ende Mai 2025 bei Kursen von 3,30 Franken aufgenommen. Seither haben sich die Aktien nahezu im Kurs verdoppelt, was nicht zuletzt auch dem beherzten Zugreifen seitens von Ascom zu verdanken ist. Dank des Rückkaufprogramms war es dem Unternehmen möglich, den zuvor sträflich vernachlässigten Aktien neues Leben einzuhauchen und Aktionärswerte zu schaffen.

Bleibt nun abzuwarten, wie es weitergeht, nun da mit dem Rückkaufprogramm ein wichtiger Kurstreiber wegfällt. An dieser Stelle dennoch schon mal ein grosses Lob in Richtung des Ascom-Hauptsitzes in Baar.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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