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Marktgeflüster

Schweizer Aktien: Widersprüchliche Signale aus der Bankenmetropole Frankfurt

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In einem Strategiepapier aus Frankfurt kommt der Schweizer Aktienmarkt nicht gerade gut weg. Allerdings gibt es Widersprüche. Und: Analyst haucht einem einstigen Börsenüberflieger mit einer Kaufempfehlung Leben ein.

08.07.2026   12:00
Von cash Insider
Sommerliche Abendsonne in Frankfurt, Blick auf die Bürotürme der Deutschen Bank.

Sommerliche Abendsonne in Frankfurt, Blick auf die Bürotürme der Deutschen Bank.

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Kürzlich berichtete ich davon, dass der Swiss Market Index (SMI) mit seinem Vorstoss auf über 14'200 Punkten das Jahresendziel der UBS regelrecht pulverisiert habe – und das sechs Monate früher als von der grössten Schweizer Bank vorhergesagt.

Seit wenigen Tagen flirtet das hiesige Börsenbarometer nun selbst mit dem noch ambitionierteren Jahresendziel der Deutschen Bank. Dieses liegt bei 14'500 Punkten.

Rekordjagd: Der SMI pulverisiert das Jahresendziel der UBS mal eben schnell

In einem mir aus der Bankenmetropole Frankfurt zugespielten Strategiepapier sprechen sich die Autoren um Maximilian Uleer, Carolin Raab und Francesca Mazzali zwar weiterhin für ein Übergewicht bei Aktien aus. Aus taktischer Sicht stufen sie die europäischen Aktienmärkte allerdings nur mit «Neutral» ein.

Ein konkretes Anlageurteil für den SMI lässt sich dem nicht weniger als 46 Seiten starken Strategiepapier leider nicht entnehmen. Ich vermute, dass das «Neutral» lautende Anlageurteil für die europäischen Aktienmärkte auch für das hiesige Börsenbarometer gilt.

Und auch sonst muten die Signale aus Frankfurt eher widersprüchlich an. So stufen die drei Strategen die nicht-zyklischen Konsumaktien von «Neutral» auf «Overweight» herauf. Zu diesen zählen auch jene von Nahrungsmittelherstellern wie Nestlé. Und den Aktien aus der Gesundheitsindustrie wird mit «Overweight» ohnehin bereits seit geraumer Zeit ein überdurchschnittlich hohes Gewicht in den Kundenportefeuilles beigemessen.

Die Nestlé-Aktien verspüren zusehends Auftrieb. (Quelle: www.cash.ch)

Im Wissen, dass beim SMI alleine schon diese drei Schwergewichte für knapp die Hälfte der Gesamtkapitalisierung verantwortlich sind, müssten die Deutsche-Bank-Strategen dem Schweizer Aktienmarkt gegenüber eigentlich um einiges wohlwollender gestimmt sein.

Neugierig wie ich bin, habe ich mich noch kurz schlau gemacht. Die hauseigenen Aktienanalysten preisen nur gerade die Valoren von Novartis mit «Buy» und einem rekordhohen Kursziel von 140 Franken an. Die Partizipationsscheine des Platzrivalen Roche werden hingegen nur mit «Hold» und einem Kursziel von 340 Franken eingestuft. Für die Aktien von Nestlé steht ebenfalls ein «Hold», wobei das Kursziel 82 Franken beträgt.

Vielleicht findet sich ja hierin die Erklärung für die Zurückhaltung der Strategen für den SMI. Wie die Genfer Privatbank Pictet & Cie jeweils einmal im Jahr vorrechnet, braucht der Schweizer Aktienmarkt den Vergleich mit der New Yorker Börse auf lange Sicht übrigens nicht zu scheuen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist und bleibt der – nicht nur gegenüber dem Dollar - starke Franken.

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Den erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionären von Kuros Biosciences bietet sich ein seltenes Bild: Mit einem Minus von knapp 29 Prozent zählen die Valoren des aufstrebenden Medizinaltechnikherstellers aus Schlieren zu den diesjährigen Börsenschlusslichtern.

Somit findet sich der Überflieger von 2024 – damals versechsfachte sich der Aktienkurs dank produktseitiger Fortschritte – in einer ungewohnten Rolle wieder.

Will man dem für die Berenberg Bank tätigen Analysten Christian Ehmann Glauben schenken, dann bietet sich aus Anlegersicht eine einmalige Gelegenheit, sich bei Kuros einzukaufen. In einer nicht weniger als 43 Seiten starken Unternehmensstudie startet er die Erstabdeckung der Aktien mit «Buy». Mit 32 Franken liegt das Kursziel um mehr als 60 Prozent über dem Schlussstand von gestern Dienstag und nur unwesentlich unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025. Damals wurden in der Spitze Kurse von bis zu 34,20 Franken bezahlt.

Aufstieg und Fall der Aktien von Kuros über die letzten Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Ehmann schätzt, dass der Medizinaltechnikhersteller den Umsatz über die nächsten drei Jahre um jährlich 26 Prozent und den operativen Gewinn (EBITDA) auf bereinigter Basis sogar um mehr als 55 Prozent steigern kann. Darauf abgestützt veranschlagt er bis Ende 2028 sogar einen rechnerischen fairen Aktienkurs von haushohen 55 Franken.

Zweifelsohne sind Kuros Biosciences in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gelungen. Nicht nur den Berenberg-Analysten – auch mich überrascht deshalb die Kursschwäche der vergangenen Monate. Selbst als das Unternehmen vor wenigen Wochen zu einem Investorenanlass lud, reagierte die Börse überraschend unterkühlt darauf.

Einen möglichen Grund für die Kursschwäche sehe ich im momentanen Börsenwert. Dieser liegt nämlich noch immer knapp unter der Eine-Milliarde-Dollar-Marke. Bekanntlich ist es gerade im angelsächsischen Raum nicht eben wenigen Grossinvestoren untersagt, in Unternehmen mit einem darunter liegenden Börsenwert zu investieren.

Wer der Kaufempfehlung der Berenberg Bank Folge leisten möchte, sollte sich nicht zu sehr von den atemberaubend hohen Kursprognosen des Analysten beeindrucken lassen. Zudem setzt ein Einstieg einen langen Anlagehorizont sowie ein hohes Mass an Risikobereitschaft sowie Risikofähigkeit voraus.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Irrt sich ein Aktienanalyst, dann überarbeitet er seine Schätzungen, das Kursziel oder das Anlageurteil. Irrt sich ein Anleger, dann geht das für gewöhnlich ins Geld.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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