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Tiefere Kurse voraus: Daumen runter für einen dividendenstarken Zykliker

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Tiefere Kurse voraus: Daumen runter für einen dividendenstarken Zykliker

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Nach dem guten Lauf der letzten Wochen trifft für eine zyklische Schweizer Aktie eine Verkaufsempfehlung ein. Und: Analyst spielt hauseigenem Strategen beim SMI-Aufsteiger Sandoz in die Hände.

12.08.2026   12:00
Von cash Insider
Sitz von Adecco und der Tochtergesellschaft Spring Professional an der Uetlibergstrasse in Zürich.

Sitz von Adecco und der Tochtergesellschaft Spring Professional an der Uetlibergstrasse in Zürich.

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Wenn ich in meinen gut drei Jahrzehnten an den Finanzmärkten etwas gelernt habe, dann, dass stets die Erwartungshaltung darüber entscheidet, wie die Börse letztendlich auf Neuigkeiten reagiert. Die Aktien von Adecco etwa wurden kürzlich mit Kursverlusten von fünf Prozent und mehr abgestraft, obwohl der Stellenvermittler mit seinem Zahlenkranz für das zweite Quartal keine Aktionärswünsche offenliess.

Mein persönlicher Lichtblick war das organische Umsatzwachstum, welches dank üppigen Marktanteilsgewinnen mit 5,6 Prozent selbst die kühnsten Erwartungen in den Schatten stellte. Durchschnittlich waren Analysten von einer Belebung auf 4,5 Prozent ausgegangen, wobei die Prognosen von 4,2 bis 5,1 Prozent reichten.

Die hohe Verschuldung zwang den Stellenvermittler schon vor einiger Zeit dazu, bei der Ausschüttungspolitik unter negativen Vorzeichen über die Bücher zu gehen. Dass die Aktien mit einer Rendite von gut vier Prozent noch immer als dividendenstark gelten, ist denn auch weniger einer grosszügigen Ausschüttungspolitik, als vielmehr dem noch immer gedrückten Kursniveau geschuldet.

Die Aktien von Adecco blicken auf erfreuliche Monate zurück (Quelle: www.cash.ch)

Doch selbst die attraktiv hohe Dividendenrendite hält den für die Basler Kantonalbank tätigen Analysten Elmar Sieber nicht davon ab, sein Anlageurteil für die Valoren von Adecco von «Marktgewichten» auf «Untergewichten» zu senken. Vom Kursziel von 20 Franken lässt sich aus heutiger Sicht auf ein Rückschlagspotenzial von rund 16 Prozent schliessen.

Der Analyst verweist auf die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, welche es Adecco im zweiten Halbjahr erschweren dürfte, das Umsatzwachstum hoch zu halten. Ausserdem geht er davon aus, dass die Industrie in den beiden wichtigen Märkten Deutschland und Frankreich schwach bleibt und die Entwicklung in den USA dies nicht wettmachen kann.

Keine Frage: Unter Firmenchef Denis Machuel hat der Stellenvermittler seine Hausaufgaben stets gemacht. Das Tagesgeschäft ist heute um einiges widerstandsfähiger als noch vor ein paar Jahren – was der Zahlenkranz fürs zweite Quartal zweifelsfrei bestätigt. Den Launen des Wirtschaftsumfelds entziehen wird sich Adecco indes nie ganz können...

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Am vergangenen Freitagmorgen berichtete ich davon, dass der für die Bank Julius Bär tätige Anlagestratege Mensur Pocinci die SMI-Aufsteiger Galderma und Sandoz in sein «Swiss Equities Portfolio» aufnimmt. Keine vier Wochen zuvor hatte der Leiter der technischen Analyse bei der Zürcher Bank diese beiden Aktien aus seinem Musterportfolio gekippt – und das erst noch zu tieferen Kursen. Da überrascht es nicht, wenn er mit diesem Hüst-und-Hott in hiesigen Börsenkreisen für Gesprächsstoff sorgte.

Rückendeckung erhält Pocinci nun vom hauseigenen Pharmaanalysten Fabian Wenner. Wenner erhöht sein Kursziel für die Valoren von Sandoz auf 88 (zuvor 84) Franken, um dem erst kürzlich veröffentlichten Halbjahresergebnis Rechnung zu tragen. Er zeigt sich erfreut über das starke Abschneiden im margenstarken Geschäft mit Biosimilars und fühlt sich davon in seiner Kaufempfehlung bestätigt.

Die Aktien von Sandoz konnten seit ihrem Börsendebüt deutlich zulegen (Quelle: www.cash.ch)

Wenner sieht im Investorentag vom 8. September einen möglichen Kurstreiber für die zuletzt gut gelaufenen Aktien, erhofft er sich an diesem Tag doch wertvolle Einblicke in die Pläne des Unternehmens, um im Markt für GLP-1-Medikamente mit eigenen Wirkstoffen Fuss fassen zu können.

Mit seinem überarbeiteten Kursziel von 88 Franken sticht der Julius-Bär-Analyst hervor. Die nächsthöheren Kursprognosen anderer Berufskollegen sind zwischen 80 und 82 Franken angesiedelt.

Da bleibt mir kurz vor meinen zweiwöchigen Ferien nichts weiter, als zu hoffen, dass Sandoz anlässlich des diesjährigen Investorentages überzeugen kann.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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