Bitcoin steigt am Freitag bis 8 Prozent auf 77'400 US-Dollar. Die Cyberdevise legte in dieser Woche über 20 Prozent zu – ein Anstieg, der den grössten Wochengewinn seit März 2024 bedeuten würde.

Die Euphorie am Markt für Kryptowährungen kehrte zurück, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch ankündigte, das Ministerium werde das Volumen seiner Anleihenrückkäufe mit langer Laufzeit mindestens verdoppeln. Dies löste einen Aufwärtstrend aus, der Händler zwang, Milliarden an Short-Positionen zu liquidieren. Am selben Tag traf sich Präsident Donald Trump mit führenden Vertretern der Kryptoindustrie, was den Optimismus weiter beflügelte.

«Der eigentliche Treiber war die Verdopplung der Anleihenrückkäufe mit langer Laufzeit durch das US-Finanzministerium. Dadurch sanken die Renditen langfristiger Anlagen, und die Risikobereitschaft stieg allgemein», sagte Rachael Lucas, Analystin bei BTC Markets. «Nichts hat die langfristigen Aussichten für Bitcoin verändert, aber auch nichts hat seine Volatilität verändert.»

Laut Adam Morgan McCarthy, leitender Analyst bei LO:TECH, einem Londoner Unternehmen für Liquiditäts- und Marktdaten digitaler Vermögenswerte, ist ein «Short Squeeze» weiterhin ein Haupttreiber steigender Bitcoin-Preise. Daten von Coinglass zufolge wurden seit dem 19. August über 2 Milliarden US-Dollar an pessimistischen Bitcoin-Positionen im Perpetual-Futures-Markt liquidiert.

«Gold liefert diese Woche das eigentliche makroökonomische Signal: Es legte deutlich zu, nachdem das US-Finanzministerium seine Anleihekäufe verdoppelt hatte – ohne die erzwungenen Käufe, die den Bitcoin-Preis in die Höhe getrieben hatten», so McCarthy. «Wenn man wissen will, wo Anleger diese Woche tatsächlich Währungs- und Inflationsrisiken absichern, zeigt Gold dies an, Bitcoin hingegen nicht.»

Trumps Treffen mit Führungskräften von Unternehmen wie Coinbase und Payward wurde als positives Signal für das Engagement der Regierung im Kryptobereich gewertet. Trump drängte den Senat zur Verabschiedung des Clarity Act, eines Gesetzes zur Strukturierung des Kryptomarktes, das aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über ethische Bestimmungen ins Stocken geraten war.

Der Gesetzentwurf kam vor der Augustpause des Senats nicht zur Abstimmung. Institutionelle Käufer kehrten diese Woche an den Markt zurück, und die in den USA notierten Bitcoin-Spot-ETFs steuerten auf ihre grössten wöchentlichen Zuflüsse seit Januar zu. Die 13 ETFs legten von Montag bis Mittwoch um mehr als eine Milliarde Dollar zu.

«Trumps Krypto-Treffen, die Dynamik des Clarity Act und die positiven ETF-Zuflüsse trugen zusätzlich zur guten Stimmung bei, waren aber nicht der alleinige Grund», sagte Lucas. Ein weiteres Lebenszeichen: Grosse Bitcoin-Inhaber, sogenannte Bitcoin-Wale, kauften laut CryptoQuant innerhalb von 60 Tagen Bitcoin im Wert von rund 2,75 Milliarden Dollar hinzu.

Bitcoin liegt weiterhin deutlich unter seinem Höchststand von über 126'000 Dollar im vergangenen Oktober, der kurz vor einem starken Ausverkauf lag, der den Kurs Ende Juni auf bis zu 58'642 Dollar fallen liess.

(Bloomberg/cash)