Der Bitcoin ist zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten über 80'000 Dollar gestiegen. Am Montagmorgen kletterte die weltweit bekannteste Kryptowährung in Singapur um bis zu 1,9 Prozent auf 80'393 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 31. Januar. Auch andere Token wie Ether legten zu.
Die Rallye setzte ein, als sich der asiatische Aktienindex von MSCI dem Allzeithoch näherte, das im Februar kurz vor Beginn des Kriegs im Iran erreicht worden war. Zudem hatten besser als erwartet ausgefallene Unternehmensgewinne von Technologieunternehmen in der vergangenen Woche die Märkte beflügelt.
Rückenwind komme auch aus einem insgesamt freundlicheren Umfeld für riskantere Anlagen, erklärte Analyst Timo Emden in einem Kommentar. Zudem dürfte die Auflösung von Wetten auf fallende Kurse den Anstieg beschleunigt haben. Anleger, die zuvor auf sinkende Preise gesetzt hatten, mussten demnach ihre Positionen vermehrt eindecken, was die Nachfrage zusätzlich erhöhte. Ein solcher sogenannter Short-Squeeze verstärkte die Dynamik nach oben.
Emden zufolge könnte das Überschreiten der 80'000-Dollar-Schwelle auch psychologisch eine wichtige Rolle spielen. Die Marke gelte als bedeutender Widerstand, dessen Überwindung als Befreiungsschlag interpretiert werden könne und weitere Käufer anlocken dürfte.
Die Hoffnung auf eine Einigung in den USA zu einer wichtigen Bestimmung zur Stablecoin-Rendite, die möglicherweise den Weg für weitreichende Kryptogesetze im Senat ebnen könnte, hat die Stimmung der Händler ebenfalls verbessert, so Richard Galvin, Chef des Krypto-Investmentunternehmens DACM. Es sei noch «zu früh», fügte er hinzu, aber die Marke von 80'000 US-Dollar sei «eine grosse psychologische Hürde» gewesen. Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, sagte, ein deutlicher Durchbruch über 80'000 US-Dollar für Bitcoin würde «der Anlageklasse weiteren positiven Schwung verleihen».
Bitcoin erreichte im Oktober des letzten Jahres einen Rekordwert von über 126'000 US-Dollar, bevor er in einem monatelangen Einbruch bis Februar auf rund 60'000 US-Dollar fiel. Seitdem hat sich der Kurs, auch aufgrund der gestiegenen institutionellen Nachfrage, allmählich erholt. US-amerikanische Bitcoin-ETFs verzeichneten am Freitag Nettozuflüsse von 630 Millionen US-Dollar, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.
(Bloomberg/AWP/cash)
