Rund eine Stunde vor dem Handelsauftakt signalisierte der X-Dax für den Dax ein Plus von 0,9 Prozent auf 15 092 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone wird mit ähnlichen Kursgewinnen erwartet.

Positive Impulse kommen dabei von den New Yorker Börsen, die am Freitag nahe ihres Tageshochs aus dem Handel gegangen waren. Eine Entspannung im US-Bankensektor hatte der Wall Street zum Wochenschluss nach einem schwächeren Auftakt noch ins Plus verholfen. Möglich also, dass sich nun auch in Europa Finanzwerte etwas erholen, nachdem dort am Freitag wieder eine Verkaufswelle über sie geschwappt war. Zum Wochenstart fand sich nun auch ein Käufer für die unter staatlicher Kontrolle stehende Silicon Valley Bank. Der Kollaps der US-Regionalbank war einer der Auslöser der Bankenkrise gewesen.

Börsianer wollen aber noch keine Entwarnung geben. Laut Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel könnte der Dax trotz der Indikation über der Marke von 15 000 Punkten weiter sehr volatil tendieren: "Schwelende Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen Bankenkrise und der nun wieder unsicherer gewordenen Geldpolitik werden den deutschen Leitindex auch zu Wochenbeginn im Würgegriff halten." Im Fokus stehe der Ifo-Geschäftsklimaindex, der um 10.00 Uhr veröffentlicht wird.

Unter den Einzelwerten sorgt Salzgitter für Aufmerksamkeit. Der Stahlkonzern geht zwar wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in diesem Jahr von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. Gleichwohl stelle sich erste Quartal besser dar als noch Ende 2022 erwartet, sagte Finanzvorstand Burkhard Becker. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Aktien drei Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag.

Der zuletzt schwächelnde Batteriekonzern Varta einigte sich mit den Banken und seinem Mehrheitseigner auf einen weitreichenden Umbau. Dabei geht es um eine Anpassung von Produktions- und Strukturkosten sowie um Investitionen in Wachstumsfelder wie Energiewende und E-Mobilität. Dadurch sollen die zentralen Voraussetzungen für eine Stabilisierung und eine langfristig positive Entwicklung des Unternehmens geschaffen werden. Für die Papiere ging es auf Tradegate um gut vier Prozent nach oben.

Analystenlob gab es für Heidelberg Materials : Das Unternehmen habe beim Thema Dekarbonisierung in der europäischen Baustoffbranche die Nase vorn, schrieb die Expertin Glynis Johnson von Jefferies. Hierdurch dürfte man auch die Profitabilität weiterhin stärker steigern können als andere. Die Preisdynamik bleibe stark. Die Anteilsscheine stiegen auf Tradegate um drei Prozent.

Im Blick behalten werden sollten auch die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia, die von den Analysten der Barvlays-Bank kritisch gesehen werden. Für die Aktien des Biokraftstoffherstellers Verbio gab es indes eine Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank. "Fueling the future" - Verbio sei in Europa für Biokraftstoffe die erste Adresse, schrieb Analyst Niklas Becker./la/mis

(AWP)