Am vergangenen Donnerstag hatte der Dax mit 15 520 Punkten noch den höchsten Stand seit fast einem Jahr erreicht. Die durch den starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag angeheizten Zinssorgen warfen ihn zu Wochenbeginn aber zeitweise bis auf 15 275 Punkte zurück. An den US-Börsen war es vor allem für Technologiewerte weiter abwärts gegangen, wobei sich nach dem europäischen Handelsende aber nicht mehr viel getan hatte.

Am späten Dienstagnachmittag steht eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell auf der Agenda, bei der die Marktteilnehmer angesichts neuerlicher Zinssorgen wohl besonders genau zuhören werden. Bereits zuvor sollten einige Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen Aufmerksamkeit finden.

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy berichtete für das erste Geschäftsquartal einen mehr als verdoppelten Verlust, was die Aktien mit einem vorbörslichen Kursrückgang um zwei Prozent quittierten. Während sich das eigene Geschäft deutlich verbesserte, verhagelten erneute Belastungen bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa das Ergebnis. Siemens Energy hatte deswegen bereits vorläufige Zahlen veröffentlicht und den Ergebnisausblick gesenkt. Der für die Übernahme der restlichen Siemens-Gamesa-Anteile nötige, Finanzierungsbedarf sei zwar nicht ganz, dürfte die Stimmung für die Aktie aber belasten, kommentierte ein Händler.

Die Aktien von Synlab verloren über sieben Prozent, nachdem der Laborspezialist am Vorabend Eckdaten für 2022 vorgelegt und seine Ziele für 2023 wegen einer geringeren Nachfrage und niedrigeren Preisen bei seinen Corona-Tests nach unten korrigiert hatte. In der Folge will der Vorstand auch das geplante Budget für Zukäufe drastisch reduzieren. Am Nachmittag steht noch eine Telefonkonferenz zu Zahlen und Ausblick an.

Dagegen konnten sich die Anteilseigner von Teamviewer über ein Kursplus von acht Prozent freuen. Der Spezialist für Fernwartungssoftware nimmt sich nach dem guten Schlussquartal 2022 für das neue Jahr überraschend viel Geschäft vor. Ein Börsianer sprach von einem soliden Ausblick, der zusammen mit den angekündigten Aktienrückkäufen den Titeln erst einmal helfen sollte.

Beim Mobilfunk-Anbieter Freenet sorgte eine Kaufempfehlung der französischen Grossbank Societe Generale für vorbörsliche Kursgewinne von einem Prozent./gl/mis

(AWP)