Gegen 09.30 Uhr gewinnen Geberit an der Börse 1,3 Prozent auf 503 Franken und zählen damit unter den Schweizer Blue Chips zu den wenigen Gewinneraktien. Der Leitindex SMI notiert dank der Unterstützung der Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche kaum verändert.

Der von Geberit für das Gesamtjahr 2022 ausgewiesen Umsatz lag um 2,5 Prozent unter den Analystenschätzungen (AWP-Konsens) und mit einem organischen Wachstum von 4,8 Prozent hat der Konzern die eigenen Vorgaben knapp verfehlt. Die Umsatzdynamik habe sich im vierten Quartal stärker als erwartet abgeschwächt, schreibt Martin Hüsler von der ZKB.

Als positiv streicht Hüsler aber heraus, dass Geberit die Margen-Prognose bekräftigt hat. Auch Vontobel-Analyst Bernd Pomrehn begrüsst dies. Geberit habe diesbezüglich von einer Stabilisierung bei den Rohmaterialpreisen und weiteren Preiserhöhungen auf den Produkten ab Oktober profitiert, heisst es im Vontobel-Kommentar weiter.

Die Absatzvolumen waren laut Morgan Stanley im vierten Quartal um 20 Prozent gesunken. Damit habe sich das Tagesgeschäft gegenüber dem Vorquartal stark eingetrübt. Vor diesem Hintergrund sei die seit Jahresbeginn beobachtete Kurserholung nicht gerechtfertigt, so der zuständige Analyst.

Die Aktien von Geberit hatten allerdings in den Tagen unmittelbar vor der Umsatzpublikation einen schweren Stand. Für Verkaufsdruck sorgte etwa die Herunterstufung auf "Reduce" von "Hold" durch Kepler Cheuvreux. Andere Banken, darunter die US-Investmentbank Jefferies, warnten im Vorfeld vor einem enttäuschenden Schlussquartal.

Nun können die Papiere wieder Boden gutmachen. An der derzeit laufenden Analystenkonferenz spricht CEO Christian Buhl unter anderem davon, im herausfordernden Umfeld weiter Marktanteile dazuzugewinnen. Dabei sei bei den Grosshändlern mittlerweile ein Grossteil der Lager abgebaut worden. Der Lagerabbau war im vierten Quartal ein wesentlicher Faktor für die Wachstumsschwäche bei Geberit.

mk/tv

(AWP)