Die Herausforderungen sind gigantisch. Beispiel Deutschland. Durch den Atomausstieg mit Stilllegung aller Kernkraftwerke exakt vor drei Jahren im April 2023 und der politisch gewollten Energiewende mit dem massiven staatlich geförderten Ausbau von Solar- und Windenergie gehen bei den Nachbarn bildlich gesprochen in einer „Dunkelflaute“ – wenn weder Sonne scheint noch Wind weht, die Lichter aus. In der genau entgegengesetzten Konstellation – der „Hellbrise“ mit strahlend blauem Himmel und starkem Wind – produziert Deutschland so viel Strom, dass das Netz vor dem Kollaps steht.
Und da nicht nur Deutschland, sondern die Stromnetze in Europa eben „vernetzt“ sind, könnte es vermutlich sogar auf dem ganzen Kontinent oder in vielen Ländern in Europa im Strombereich zu enormen Problemen kommen. Während Deutschland bei Dunkelflauten für Stromimporte viel Geld an seine Nachbarn bezahlen muss, sind bei Hellbrisen hohe Zuschüsse erforderlich, damit andere Länder in Europa den überschüssigen Strom abnehmen und Deutschland so vor der Abschaltung des eigenen Stromnetzes bewahren.
Alleine dieses Thema mit Hellbrise und Dunkelflaute in Deutschland als Folge einer verfehlten, mit staatlichen Subventionen geförderten Energiepolitik, zeigt, wie komplex das Thema der Strominfrastruktur ist. Zu diesen nationalen Problemen kommen noch weitere, globale: Zusätzliche und zwar immens hohe extra-Nachfrage nach Strom durch Rechenzentren insbesondere im Zusammenhang mit dem starken Wachstum von KI und Cloud und dann die E-Mobilität.
Offensichtlich sind sich viele Regierungen und Umweltaktivisten gar nicht bewusst, wie gross der Strombedarf in einem Land bei Umstellung auf E-Mobilität durch E-Autos tatsächlich ist: Nämlich oft genau so gross, wie die gesamte Stromproduktion eines Landes. Strom für die Bahn, für Haushalte, öffentliche Beleuchtung und ganz zu Schweigen für die Industrie und Wirtschaft in einem Land, sind da überhaupt nicht mehr mitgerechnet.
Da sich der Strommarkt in vielen Ländern rasant entwickelt – etwa mit Rechenzentren oder dem Wachstum von E-Mobilität – kommt die entsprechende Infrastruktur oft auch wegen fehlender Mittel den neuen Anforderungen nicht oder nur mangelhaft hinterher.
Das erforderliche Investitionsvolumen ist gewaltig. So geht die Internationale Energieagentur IEA davon aus, dass alleine die G7-Länder bis 2030 jährlich etwa 300 bis 400 Milliarden Dollar in den Ausbau ihrer Strominfrastruktur investieren müssen. Weltweit soll der Investitionsbedarf nach Schätzungen der IEA sogar bei 700 Milliarden Dollar jährlich liegen.
Und das könnte sogar noch zu konservativ sein. Denn die IEA geht gleichzeitig davon aus, dass bis 2050 zwei Drittel der bestehenden Stromnetze weltweit ersetzt werden müssen. Für Anleger eröffnet sich angesichts des enormen Investitionsbedarfs ein wahres Eldorado für Investments in Firmen, die in dem Sektor aktiv sind.
Das sind aus der Schweiz Unternehmen wie eine ABB, Sulzer oder Huber & Suhner. In Europa beispielsweise Siemens Energy, Infineon Technologies, Schneider Electric oder Enel. In den USA sind das Firmen wie American Electric Power, Consolidated Edison oder GE Vernova. Wer von den erwarteten Wachstumschancen profitieren will, kann sich entweder Einzelwerte nach eigener Selektion oder aber ganze Aktienkörbe mit einer Vielzahl an Firmen des Sektors ins Depot legen.
ZKB etwa bringt aktuell ein neues Aktienbasket auf Firmen der globalen Strominfrastruktur an den Markt. Die Zeichnung läuft bis 26. Mai unter ISIN: CH1511283660 lautend auf Schweizer Franken. Die Laufzeit endet am 25. Mai 2029 mit Rückzahlung per 1. Juni 2029. Im Aktienkorb sind zwei Dutzend Firmen aus dem Energie- und Strombereich aus der Schweiz, Europa und den USA.
