Richemont, Alcon - Gleich um zwei SMI-Titel ranken sich Spekulationen

Der cash Insider berichtet sowohl beim Luxusgüterhersteller Richemont als auch bei der ehemaligen Novartis-Tochter Alcon von Börsenspekulationen. - Und: Leerverkäufer kommen ihre Wetten gegen Comet teuer zu stehen.
26.11.2019 12:30
cash Insider
Gleich um zwei SMI-Titel ranken sich Spekulationen
Bild: fotolia.com

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Das hohe Kurs- und Bewertungsniveau einiger Aktien aus dem Swiss Market Index (SMI) lässt sich kaum noch rechtfertigen. Vermutlich werden nicht zuletzt auch deshalb immer öfter Spekulationen laut.

Da die milliardenschwere Übernahme des Edeljuweliers Tiffany durch den finanzkräftigen französischen Luxusgüterkonzern LVMH die Marktführerschaft von Richemont im lukrativen Schmuckgeschäft in Frage stellt, erwartet man eine angemessene Antwort aus Genf. Diese könnte so aussehen, dass sich Richemont mit dem ewigen Rivalen Kering zusammenschliesst - wie das einige Aktionäre schon eine ganze Weile fordern.

Auch der bekannte Luxusgüteranalyst Luca Solca von Bernstein Research wähnt die Genfer nach dem transatlantischen Vorstoss von LVMH unter Zugzwang. Allerdings sähe er Richemont viel lieber mit Chanel zusammengehen, liessen sich damit seines Erachtens doch materielle Aktionärswerte schaffen.

Seit zwei Wochen zeigt die Aktienkursentwicklung bei Richemont wieder nach oben (Quelle: www.cash.ch)

Dass Solca sein Kursziel für die mit "Outperform" empfohlenen Aktien von Richemont auf 90 (zuvor 100) Franken kürzt, wird mit grundsätzlichen Anpassungen im Bewertungsmodell begründet.

Bei der ehemaligen Novartis-Tochter Alcon ist hingegen schon seit Tagen von Verkaufsdruck aus dem angelsächsischen Raum zu vernehmen. Namhafte amerikanische Fonds seien dabei Titel "auszuladen", ist aus Londoner Quellen unisono zu hören.

Schon vor wenigen Wochen kamen die Aktien den Tiefstkursen gefährlich nahe. Diese gehen auf die ersten Tage nach der Rückkehr an die Börse vom April dieses Jahres zurück. Händler befürchten einen weiteren Kursrutsch, sollten die Papiere unter diese Tiefstkurse fallen. Für die Leerverkäufer wäre das vermutlich ein gefundenes Fressen...

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Es ist, als hätte wenigstens der eine oder andere Leerverkäufer schon vor Wochen geahnt, dass der Halbleiterzulieferer Comet am diesjährigen Investorentag mit der grossen Kelle anrichten kann. Und tatsächlich liess das Unternehmen aus Flamatt am vergangenen Donnerstag keine (Aktionärs-)Wünsche offen. Neben glaubwürdigen strategischen Plänen warteten die Firmenvertreter rund um den Branchenveteranen Heinz Kundert auch mit ambitionierten mittelfristigen Zielvorgaben auf.

Für die verbleibenden Leerverkäufer so etwas wie ein Weckruf, gingen die Comet-Aktien alleine an diesem Tag um fast 15 Prozent höher aus dem Handel. Für Anschlusskäufe sorgt nun Analyst Robin Seydoux von Research Partners. Er stuft die Papiere des Halbleiterzulieferers - wenn auch eher etwas spät - von "Hold" auf "Buy" herauf.

Kursentwicklung der Comet-Aktien über die letzten 12 Monate (Quelle: www.cash.ch)

Seydoux ist überzeugt, dass sich mit der am Investorentag kommunizierten Strategie über die Jahre deutlich höheren Umsätze und Margen erzielen lassen und veranschlagt neuerdings sogar ein Kursziel von 140 (zuvor 90) Franken. Mit anderen Worten: Für den früher für die Credit Suisse tätigen Analysten scheint der Mist noch lange nicht gekarrt.

Händlern zufolge liefen Mitte Oktober noch Wetten in Höhe von rund 7 Prozent der ausstehenden Titel gegen Comet. Wetten, welche die Leerverkäufer bis heute viel Geld kosten - haben sich die Aktien des Halbleiterzulieferers seither doch um fast 50 Prozent verteuert.

Ähnlich erging es den Leerverkäufern zuvor schon bei Sika. Auch der Bauchemiehersteller aus Baar wusste kürzlich anlässlich des Investorentages zu überzeugen. Rückblickend stand letzterer am Beginn eines mehrwöchigen und für die Leerverkäufer schmerzhaften Kursanstiegs.

Eine gesunde Portion Schadenfreude sei dem Comet-Grossaktionär Veraison an dieser Stelle gegönnt, ist der für seine aktive Einflussnahme berüchtigte Vermögensverwalter doch bei mehreren anderen Firmenbeteiligungen nicht gerade auf Rosen gebettet.

 

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