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Die Aktionäre von LafargeHolcim müssen sich noch bis zum 2. März in Geduld üben. Erst dann legt der Weltmarktführer unter den Zementherstellern das Jahresergebnis vor.

Der Zahlenkranz selbst dürfte an diesem Tag eher von untergeordneter Bedeutung sein, werden doch Aussagen des neuen Konzernchefs Jan Jenisch zur zukünftigen Strategie sowie überarbeitete Mittelfristziele erwartet.

Spekulationen zufolge könnte LafargeHolcim die Jahresergebnispräsentation sogar nutzen, um ein zusätzliches Sparprogramm sowie Bereichsverkäufe zu kommunizieren.

Erst vor wenigen Tagen sprach die Handelsabteilung der Credit Suisse in Zürich eine Tradingkaufempfehlung mit einem Kursziel von 63,80 Franken für die Aktien des Zementherstellers aus. Zu einem Stop-Loss-Auftrag wird der Kundschaft bei 53,50 Franken geraten.

Auch um Nestlé ranken sich wieder die wildesten Spekulationen. Dem Nahrungsmittelkonzern aus Vevey wird ein Interesse am Geschäft von Merck mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten nachgesagt – und das nicht erst seit dem gestrigen Tag. Neu ist lediglich, dass Nestlé angeblich ein Angebot in Höhe von umgerechnet 5 Milliarden Franken beim deutschen Pharmahersteller eingereicht habe.

Jeff Stent von BNP Paribas sieht Nestlé sich auch gleich noch die ähnlich gelagerten Geschäftsaktivitäten von Pfizer einverleiben - mit einem geschätzten Kaufpreis von 18 Milliarden Franken ein weitaus grösserer Brocken.

Berichte rund um milliardenschwere Firmenkäufe setzen den Nestlé-Aktien zu (Quelle: www.cash.ch)

Wie es heisst, werden sich die Westschweizer gegen andere zahlungskräftige Mitbieter wie Johnson&Johnson, GlaxoSmithKline oder Reckitt Benckiser durchsetzen müssen.

Erhält Nestlé von Pfizer den Zuschlag, könnte ein Verkauf des L'Oreal-Pakets doch noch zu einem Thema werden. Die Beteiligung am französischen Kosmetikhersteller weist einen Marktwert von umgerechnet 26 Milliarden Franken auf.

Bei Burckhardt Compression seien namhafte ausländische Leerverkäufer auf dem falschen Fuss erwischt worden, so verlautet aus London. Gestern kehrten sowohl die Zürcher Kantonalbank als auch Kepler Cheuvreux nach einer gefühlten Ewigkeit von ihren Verkaufsempfehlungen ab - mit der Begründung, dass das Tagesgeschäft die Talsohle durchschritten haben dürfte.

Zur Erinnerung: Mit Wetten im Umfang von 17 Prozent der ausstehenden Aktien zählte Burckhardt Compression an der Schweizer Börse SIX bis vor kurzem zu den drei am häufigsten leerverkauften Unternehmen überhaupt.

Zumindest würden die aus London eintreffenden Berichte die aggressiven Deckungskäufe der letzten Tage erklären.

Lindt & Sprüngli wird hingegen nachgesagt, die letztjährigen Wachstumsvorgaben verfehlt zu haben. Das wäre umso bitterer, als dass der erfolgsverwöhnte Schokoladehersteller aus Zürich diesbezüglich bereits im vergangenen Sommer zurückkrebsen musste.

Ende Juli hiess es, das Umsatzwachstum werde leicht unter Vorjahr ausfallen. Zuvor war von einem organischen Wachstum auf Vorjahresniveau die Rede. Dieses lag bei rund 6 Prozent.

Angesichts dieser Spekulationen lautet die Frage nicht ob Lindt & Sprüngli am kommenden Dienstag mit einem enttäuschenden Jahresumsatz aufwartet, sondern viel eher, wie die Börse darauf reagieren wird. Ein Verfehlen der firmeneigenen Wachstumsvorgaben scheint mir jedenfalls zusehends eingepreist.

Auch der Hörgerätehersteller Sonova will nicht so recht zur Ruhe kommen. Nachdem in den letzten Tagen von Marktanteilsverlusten im Geschäft mit amerikanischen Kriegsveteranen die Rede war, werden nun sogar Befürchtungen laut, wonach er die sich selbst gesteckten Jahresziele verfehlen könnte.

Schon seit Tagen stehen die Aktien von Sonova unter Verkaufsdruck (Quelle:www.cash.ch)

Kräftig Öl ins Feuer giesst dabei der für die Citigroup tätige Patrick Wood. In einer Branchenstudie nimmt er die Wiederabdeckung der Aktien von Sonova mit einer Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von gerademal 133 Franken auf. Wood warnt vor einem noch intensiveren Wettbewerb unter den führenden Hörgeräteherstellern und rechnet mit erheblichem Preisdruck.

Meines Erachtens liefert auch das von Spekulationen angeheizte Marktumfeld ein Indiz dafür, dass sich die Aktienhausse der letzten neun Jahre in einer weit fortgeschrittenen Phase befindet (siehe auch "Die Stimmung dürfte spätestens im Februar kippen" von gestern).

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