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Dividendenrendite von 8 Prozent: Muss man diese Schweizer Aktie jetzt kaufen?

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Die Gewinnwarnung eines britischen Rivalen hat den Aktien von Adecco genauso zugesetzt wie die Wahlen in Frankreich. Kurse unter 30 Franken waren stets eine Kaufgelegenheit.

10.07.2024   11:51
Von cash Insider
Zufahrtsschild vor dem Hauptsitz des Addeco-Konzern an der Bellerivestrasse in Zürich.

Zufahrtsschild vor dem Hauptsitz des Addeco-Konzern an der Bellerivestrasse in Zürich.

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv.

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Die Verschiebungen im politischen Machtgefüge in Frankreich bekommen den Aktien von Adecco nicht gut. Gestern Dienstag kosteten die Valoren des Stellenvermittlers zeitweise keine 29 Franken mehr. Das ist so wenig wie seit über einem Jahr.

Die politische Pattsituation in Frankreich könnte sich kurzfristig negativ im Tagesgeschäft niederschlagen, erzielt Adecco doch nirgendwo sonst einen so hohen Ergebnisbeitrag wie in Frankreich. Knapp einen Viertel des Jahresumsatzes erzielt der Stellenvermittler in unserem westlichen Nachbarland.

Doch auch eine Gewinnwarnung bei Michael Page kam an der Börse gar nicht gut an. Der britische Adecco-Rivale hatte im zweiten Quartal beim Bruttogewinn einen Rückgang von 12 Prozent zu beklagen – mehr als die Analysten befürchtet hatten. Frankreich zählte dabei zu den Regionen, welche nicht zu überzeugen wussten. Dennoch bekräftigt Vontobel-Analyst Michael Foeth seine Kaufempfehlung für die Adecco-Aktien mit einem Kursziel von 50 Franken.

Kurszerfall der Adecco-Aktien seit Jahresbeginn (Quelle: www.cash.ch)

Ausserdem wurden zuletzt Stimmen laut, wonach die Tochter Akkodis zum Verkauf kommen könnte. Branchenkenner gehen von einem Verhandlungspreis zwischen 2 und 3 Milliarden Euro aus. Akkodis ging aus einer Zusammenführung eigener Geschäftsteile mit der französischen Akka Technologies hervor. Diese Übernahme liess sich Adecco vor wenigen Jahren quasi im Zyklushoch rund 2 Milliarden Euro kosten.

Ich kommentierte diese Spekulationen am Freitag mit folgenden Worten:

Mit einem Minus von knapp 30 Prozent seit Januar zählt Adecco bei den mittelgrossen Unternehmen zu den diesjährigen Verlierern an der SIX Swiss Exchange. Im Zuge dieses Kursrückgangs ist die Dividendenrendite zuletzt auf mehr als 8 Prozent gestiegen – sofern die heutige Ausschüttungspolitik nicht in Frage gestellt werden muss.

An diesem Beispiel zeigt sich einmal mehr eindrücklich, dass eine hohe Dividende alleine nicht vor schmerzhaften Kursverlusten schützt. In den vergangenen 25 Jahren boten Kurse von 30 Franken und tiefer allerdings stets günstige Einstiegsgelegenheiten. Anders als bei früheren Schwächephasen geht es dem Stellenvermittler heute um einiges besser. Ausserdem dürfte er auch weiterhin von Marktanteilsgewinnen profitieren.

Kursentwicklung der Aktien von Adecco im mehrjährigen Vergleich (Quelle: www.cash.ch)

Aus dieser Überlegung heraus setze ich die Aktien von Adecco ausserplanmässig auf die Liste meiner Schweizer Aktienfavoriten für 2024. Die Aufnahme mit einer Gewichtung von 3 Prozent erfolgt zu Lasten der liquiden Mittel. Die Umsetzung beim Insider Tracking-Zertifikat erfolgt durch unseren Partner Leonteq.

Ob ich diese Anfangs-Position weiter ausbaue, mache ich von den Zweitquartalszahlen abhängig. Diese stehen am 6. August zur Veröffentlichung an und umfassen wie üblich auch Aussagen zur Umsatzentwicklung im Juli. Ich verspreche mir an diesem Tag wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit der Bruttogewinnmarge sowie auf weitere Marktanteilsgewinne.

Dass die Aktien am Abend des 20. Septembers wieder in den Swiss Leaders Index (SLI) aufsteigen und dort die Inhaberaktien von Roche ersetzen, ist zwar ebenfalls noch Zukunftsmusik. Diese Neuigkeit dürfte den Valoren früher oder später aber dennoch helfen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
 

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6 Kommentare

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guidok

Gute und einleuchtende Überlegungen.

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plutos

Hmm... sollte man der Bewertung eines Unternehmens nicht erstmal dessen Geschäftstätigkeit, die Branchenverfassung und die makroökononischen Faktoren zu Grunde legen? Alleine auf einen möglichen Verkauf eines Unternehmesteil zu spekulieren, notabene vermutlich unter dem Einkaufspreis, sprich mit einem Vermögensverlust, ist doch sehr wackelig.

Die tiefe Bewertung von traditionellen Personaldienstleistern durch den Markt ist durchaus fundiert. Wir sind (noch immer) in einer Phase hoher Beschäftigung und in gewissen Branchen Fachkräftemangel. Das müsste eigentlich zu Rekordgewinnen bei Personaldienstleistern führen. Dass dem nicht so ist, offenbart, dass die klassischen Personaldienstleister ein Auslaufmodell sind. Der Arbeitsmarkt und die Rekrutierung hat sich verändert, gerade in sehr kompetitiven Bereichen rekrutieren Unternehmen direkt. Das können sie besser und effizienter als die traditionellen Personalvermittler, deren Leistung in der Regel über das Kopieren eines Stellenbeschriebs nicht wesentlich hinausgeht.

Der Markt hät sich verändert, die klassischen Stellenvermittler sind aber in ihrem Geschäftsmodell stehen geblieben. Das ist der Grund, warum selbst zu so idealen Zeiten wie aktuell Adecco und Co sinkende sinkende Renditen ausweisen und, weil sie keinen Plan zu haben scheinen, wie sie wieder markttauglich werden, auch eine negative Perspektive haben. Die Disruption kam mit der Pandemie, in der Unternehmen gelernt haben, dass sie sich selbst am Arbeitsmarkt besser verkaufen können als das ein steriler Arbeitsvermittler für sie täte. Wer das nicht glaubt, lese einfach mal ein paar Stelleninserate von Adecco und Co.

Last but not least sehen wir in Europa sich ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum bei einer leicht steigenden Arbeitslosenquote abzeichnen. Beides sorgt für eine Dämpfung im Arbeitsmarkt und belastet die Perspektive von Stellenvermittlern und Personaldienstleistern zusätzlich.

Kurzum: Adecco und Co sind vom Markt durchaus solide bewertet. Die Zukunftsaussichten sind eher negativ als positiv. Man sollte sich daher durch den scheinbar günstigen Preis nicht verführen lassen: Die klassischen Personaldienstleister sind eine sterbende Branche, die sinkenden Bewertungen ein guter Indikator hierfür.

@cash_insider: Mit welchem Kursziel rechnen Sie?

shabrour

Seit einiger Zeit tun viele Firmen Vieles outsourcen. Das wird sich kaum gross ändern, da es oft günstiger kommt - auch wenn es um Arbeitskraft-Suche geht.

holger

Eine sozialistische Regierung in Frankreich könnte auf die Idee kommen die Zeitarbeit stark zu regulieren. Dann würde Adecco seinen profitabelsten Markt verlieren.

plutos

In vielen Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren Employer Branding etabliert und Recruiting and Talent Management massiv hochgefahren. Wer könnte sich selber besser verkmarkten als das jeweiligen Unternehmen selbst? Dank den sozialen Medien und entsprechenden Anwendungen mit pay per use und oft sogar nur im Erfolgsfall sind die Kosten sehr attraktiv. Schaut man sich das Geschäftsmodell der klassischen Stellenvermittler an, so ist deren Wertschöpfung für Unternehmen und Kandidaten sehr begrenzt und schlicht nicht attraktiv: Sie transportieren kein Employer Branding, Kandidaten und Unternehmen wollen direkt kommunizieren, das kann ein Stellenvermittler nicht bieten resp. er bietet da keinen Mehrwert, Auskunft zu den Stellen und zum Unternehmen können die Stellenvermittler oft auch nur sehr oberflächlich geben, der Job wird letztlich sowieso beim suchenden Unternehmen erledigt.

Daher: Nein, es kommt gerade bei der Suche nach qualifzierten Mitarbeitenden, nicht günstiger, dies durch externe Stellenvermittler erledigen zu lassen.

cash_insider

Lieber Plutos
Ganz herzlichen Dank für diese sehr ausführliche Einschätzung Ihrerseits. Das einzig Konstante ist die Veränderung - auch für ein Unternehmen wie Adecco. Der Stellenvermittler ist heute beispielsweise kaum noch mit der einstigen Adia oder der früheren Ecco vergleichbar. Und in fünf oder zehn Jahren sieht das Unternehmen vermutlich auch wieder ganz anders aus.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Wirtschaftszweig "Stellenvermittlung" einfach so in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Adecco ist heute schlanker und agiler als früher. Ausserdem geht das Geschäft heute mit einer geringeren Kapitalbindung einher. Auch das hilft, auf Veränderungen reagieren zu können.
Was den zyklischen Charakter der Adecco-Aktien anbetrifft, muss ich Ihnen Recht geben. Für gewöhnlich verlieren die Valoren der führenden Stellenvermittler schon Monate vor einem Wirtschaftsabschwung an Kurswert. Vermutlich muss man die Kursverluste der letzten Monate auch in diesem Zusammenhang verstehen. Die Wirtschaft ist schwächer, als es den Anschein macht. Die Frage ist letztendlich immer: Was ist bereits eingepreist? Und wenn der Aktienkurs von Adecco auf ein Niveau gefallen ist, welches bisher nur um tiefe Rezessionen herum erreicht wurde, dann ist vermutlich schon viel Negatives eingepreist.
Ein Kursziel für die Aktien habe ich übrigens nicht. Ich finde Kursziele - unter uns gesagt - nicht sehr seriös. Blosse Planspiele. Letztendlich entscheiden Angebot und Nachfrage über den Kurs einer Aktie ;-) Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir irgendwann wieder Kurse um die 35 oder 36 Franken sehen. Und eine Dividendenkürzung erscheint mir angesichts der momentanen FCF-Generierung auch nicht anzustehen.

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