Aktien Europa Schluss: Nordkorea-Krise bremst die Kurse etwas

Angesichts der erneuten Verschärfung der Nordkorea-Krise haben Anleger an Europas Börsen zum Wochenschluss vorsichtig agiert. Zwar schloss der EuroStoxx50 auf dem höchsten Stand seit drei Monaten; allerdings stand am Ende des Tages lediglich ein kleines Plus von 0,05 Prozent auf 3541,42 Punkte zu Buche. Auf Wochensicht stieg der Leitindex der Eurozone-Aktien um 0,7 Prozent.
22.09.2017 18:54

Mit der Drohung, eine Wasserstoffbombe über dem Pazifik explodieren zu lassen, hatte das asiatische Land den "kalten Krieg" mit den USA um sein Atomprogramm gefährlich verschärft. "Seit drei Wochen das gleiche Spiel: Vor dem Wochenende herrscht Zurückhaltung aus Angst vor neuen Raketenstarts oder Bombentests in Nordkorea", schrieb der Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets in einem Marktkommentar.

Der Leitindex der Londoner Börse konnte mit einem Plus von 0,64 Prozent auf 7310,64 Zähler stärker zulegen. Hier stützte das zum Euro und zum US-Dollar schwächere britische Pfund. In Paris stieg der Leitindex CAC-40 um 0,27 Prozent auf 5281,29 Punkte.

Die Bewegungen der Branchenindizes fielen gering aus: Spitzenreiter war die Reise- und Freizeitbranche mit einem Zugewinn von 0,42 Prozent. Dieser standen die Finanzdienstleister mit einem Abschlag von 0,24 Prozent als grösste Verlierer gegenüber.

Spitzenreiter im französischen Leitindex und auch im EuroStoxx50 waren die Aktien von L'Oreal , die um 2,46 Prozent anzogen. Der Tod der L'Oreal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt heizte die Spekulationen über den Anteil von Grossaktionär Nestle erneut an. Der Schweizer Lebensmittelkonzern selbst wollte sich zu den Spekulationen am Markt nicht äussern. Dessen Papiere gaben in Zürich leicht nach.

Die Blicke richten sich auf den zwischen Nestle und der L'Oreal-Gründerfamilie Bettencourt ausgehandelten Aktionärsvertrag. Dieser sieht vor, dass sowohl der Schweizer Konzern als auch der Bettencourt-Clan ihren Anteil bis zu sechs Monate nach dem Tod von Liliane Bettencourt nicht erhöhen können. Verkaufen können beide Partien ihre Anteile hingegen jederzeit. "Viel dürfte nun von Bettencourts Kindern abhängen", schrieb der Experte Martin Deboo vom Analysehaus Jefferies.

Aktien von Nokia gaben um 1,37 Prozent nach. Die französische Investmentbank Exane BNP hatte die Aktien am Vorabend von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft. Im Stoxx50-Index und auch im Londoner Leitindex FTSE-100 lagen die Papiere von Astrazeneca mit einem Aufschlag von gut 3 Prozent an der Spitze, nachdem die Investmentbank Bernstein sie von "Market-Perform" auf "Outperform" erhöhte hatte./bek/tos

(AWP)