Aktien Europa: Überwiegend weiter im Plus - London leidet unter starkem Pfund

An Europas Börsen ist es am Dienstag überwiegend weiter nach oben gegangen. Die Ausnahme war London nach Veröffentlichung aktueller Inflationsdaten. Insgesamt gesehen "hält die positive Stimmung nach Irma weiter an", kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets. Der sichtlich abgeschwächte Wirbelsturm in den USA und das Ausbleiben neuer negativer Nachrichten aus Nordkorea sorge nach wie vor für Erleichterung.
12.09.2017 11:54

Der EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 0,49 Prozent auf 3512,35 Punkte, nachdem der Leitindex der Eurozone bereits zum Wochenauftakt um 1,4 Prozent zugelegt hat. Der französische CAC-40 -Index gewann am Dienstag 0,50 Prozent auf 5202,74 Zähler, während der britische FTSE 100 um 0,13 Prozent auf 7403,83 Punkte nachgab. Im Fokus standen hier die britischen Verbraucherpreise für August. Sie waren mit plus 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlicher als erwartet gestiegen und hatten damit dem britischen Pfund deutlich Auftrieb gegeben. Am Londoner Aktienmarkt kam das nicht so gut an, denn ein starkes Pfund kann exportorientierten britischen Unternehmen den Warenabsatz im Ausland erschweren.

Branchenweit war der Kosum- und Haushaltsgütersektor in Europa der einzige Verlierer mit minus 0,13 Prozent. Favorisiert wurden dagegen Banken- und Finanzwerte. Diese beiden Branchen waren mit einem Plus von etwas mehr als einem Prozent die gefragtesten in Europa. Einerseits profitierten Aktien aus diesen Bereichen von der wiedergewonnenen Risikofreude der Anleger. Andererseits wurde auf die jüngste Erholung der Renditen an den Anleihemärkten verwiesen. Dort setzte sich die am Freitag begonnene Aufwärtsbewegung weiter fort. Niedrige Renditen belasten tendenziell die Erträge der Geldhäuser im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren.

An der Spitze im EuroStoxx 50 gewannen die Aktien der Deutschen Bank etwas mehr als 2 Prozent, ebenso wie in London die Papiere von Barclays an der "Footsie"-Spitze um etwas mehr als 2 Prozent zulegten. Mit mehr als einem Prozent im Plus zeigten sich Societe Generale , BNP Paribas , ING oder auch Lloyds .

Spezielle Unternehmensnachrichten waren hingegen Mangelware an diesem Tag. Die Papiere von Novartis stiegen im Schweizer Leitindex SMI um 0,43 Prozent. Tochter Sandoz ist mit ihrem Biosimilar Rituximab einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die US-Gesundheitsbehörde hat den Zulassungsantrag angenommen und prüft ihn nun. Sandoz beantragt die Zulassung in den gleichen Indikationen wie das Referenzmittel Rituxan (rituximab) von Roche , nämlich Blutkrebs und bestimmte immunologische Krankheiten wie rheumatoide Arthritis.

In London legten die Aktien von Ashtead an der Spitze des "Footsie" um knapp 8 Prozent zu. Wie Analyst Rahim Karim von Liberum schrieb, übertraf der Vermieter von Industrieausrüstung, etwa für die Bauindustrie, mit seinem Umsatzwachstum im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen./ck/tos

(AWP)