Wealth Management in Asien - Collardi: «China ist der grosse Heilige Gral für Vermögensverwalter»

China ist nach den Worten von Julius-Bär-CEO Boris Collardi der «grosse Heilige Gral» für Vermögensverwalter. Asien sei für die Privatbank deshalb der «zweite Heimatmarkt» nach der Schweiz.
03.03.2017 19:20
Julius-Bär-CEO Boris Collardi betrachtet Asien nach der Schweiz als zweiten Heimatmarkt der Bank.
Julius-Bär-CEO Boris Collardi betrachtet Asien nach der Schweiz als zweiten Heimatmarkt der Bank.
Bild: Bloomberg

"Wir arbeiten weiter über Joint Ventures oder Partnerschaften, über Allianzen, bis wir das richtige Modell finden", sagte Collardi am Donnerstag in einem Interview mit Bloomberg Television am Rande einer Konferenz in Davos. Bis dahin werde Wealth Management wohl auf breitere Akzeptanz und Anerkennung gestossen sein.

Julius Bär, gegründet 1890 in Zürich, betreut fast sein gesamtes Asiengeschäft von Singapur und Hongkong aus. Die Bank betrachtet Asien als ihren "zweiten Heimatmarkt" nach der Schweiz, da langsames Wirtschaftswachstum und strengere Regulierung seit der Finanzkrise das Geschäft in Europa und Nordamerika einschränken. Unter Collardi hat Bär über Akquisitionen das verwaltete Vermögen auf das Rekordvolumen von 336 Milliarden Franken gesteigert, womit die Bank zum drittgrössten Schweizer Vermögensverwalter hinter UBS und Credit Suisse aufgerückt ist.

Das Geschäft in China, Hongkong und Taiwan sei schwieriger geworden, weniger Vermögen werde geschaffen, und "wir sehen auch eine vorsichtigere Annäherung an internationale Vermögensverwalter", sagte Collardi, gleichwohl haben die Länder "starkes Potenzial".

In zehn Jahren doppelt so viele Millionäre

Nordamerikanische und europäische Banken im Privatbankengeschäft bemühen sich um Zugang zum inländischen Markt in China, wo die Zahl der Millionäre im vergangenen Jahr um 10 Prozent zunahm und sich bis 2026 auf über 1,7 Millionen verdoppeln dürfte, wie aus Angaben der Beratung New World Wealth aus Johannesburg hervorgeht. Julius Bär hatte im Dezember 2015 eine Beteiligung an Jupai in Schanghai erworben. Die Bank erwartet, dass das private Vermögen in China bis 2020 auf mehr als 8 Billion Dollar anwächst.

Der grössere Konkurrent UBS hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, er sondiere verschiedene Wege, um Zugang zum chinesischen Inlandsmarkt zu erhalten und wolle sein Personal im Land im Laufe von fünf Jahren verdoppeln.

Indessen werden möglicherweise chinesische Banken Vertretungen in der Schweiz eröffnen wollen, nachdem Präsident Xi Jinping diese Idee im Januar in Genf diskutiert hatte. Julius Bär absorbierte 2012 in der Schweiz einige Kundenanlagen von Bank of China, als die chinesische Bank ihre Pläne aufgab, ein Privatbankengeschäft in Genf aufzubauen.

(Bloomberg)