Bis gegen 09.55 Uhr legten die DocMorris-Aktien um 3,7 Prozent auf 96,30 Franken zu, ehe es dann zu Gewinnmitnahmen kam. Um 10.25 Uhr steht der Titel noch ein Prozent höher. Damit knüpfen sie beschränkt an die seit längerem starke Performance an. Im laufenden Jahr stand ein Gewinn von 27 Prozent zu Buche, im Vorjahr hatten die Titel sich gar fast verdreifacht.

Bisher sah sich DocMorris nämlich beim Einlösen des seit Anfang Jahr in Deutschland verpflichtend eingeführten E-Rezepts gegenüber stationären Apotheken benachteiligt. Die Begründung: der volldigitale Einlöseweg via App war vergleichsweise kompliziert und entsprechend abschreckend für potenzielle Kunden.

Analysten reagieren sehr positiv. Die US-Bank Jefferies spricht von einem «Meilenstein». Und bei der ZKB heisst es: «Dieser Funktions-Release war der letzte grosse Schritt für DocMorris, um im grossen Umfang Umsätze mit E-Rezepten zu generieren.»

Analysten erwarten nun, dass in den kommenden Jahren der Marktanteil von DocMorris am E-Rezept deutlich steigen wird. Die ZKB etwa erwartet, dass bis 2026 die Umsätze von DocMorris gegenüber 2023 um rund 90 Prozent zunehmen könnte. Im letzten Jahr setzte die Gruppe 1,04 Milliarden Franken um.

Gleichzeitig gibt der zuständige ZKB-Experte zu bedenken, dass hohe Marketingausgaben im Kampf um Marktanteil die Rentabilität im ersten Halbjahr 2024 wohl deutlich belasten werden. Mehr Klarheit wird nun vor allem bei der Präsentation der Halbjahreszahlen im Sommer erwartet.

(AWP)