«Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt», sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele wüssten auch gar nicht, dass sie eine ePA besitzen.

ePA laut Verband nur eingeschränkt praxistauglich

Der Verband bezeichnete die ePA denn auch als derzeit nur eingeschränkt praxistauglich. In vielen Praxen verursachten IT-Ausfälle zusätzlichen Aufwand. Zugleich hätten die wenigsten Versicherten ihre ePA bislang aktiv genutzt.

Dabei haben rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll zu besseren Behandlungen beitragen. An diesem Mittwoch will der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Bilanz zur ePA ziehen.

Bedeutung der Digitalisierung für DocMorris

Für DocMorris ist die Entwicklung insofern relevant, als das Unternehmen stark auf die fortschreitende Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens setzt - insbesondere auf das E-Rezept als Wachstumstreiber. Die ePA gilt als Teil dieser digitalen Infrastruktur und soll langfristig Prozesse vereinfachen sowie die Vernetzung zwischen Patienten, Ärzten und weiteren Akteuren verbessern.

Bleibt die Nutzung hinter den Erwartungen zurück oder kommt es zu technischen Problemen, könnte dies das Tempo der digitalen Transformation insgesamt bremsen und damit auch die Dynamik bei Online-Verschreibungen dämpfen. Entscheidend für DocMorris dürfte daher bleiben, wie rasch technische Mängel behoben und die Akzeptanz gesteigert werden.

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(AWP)