Hausärzte in Deutschland hatten zuvor eine kritische Bilanz zur Anfang 2025 eingeführten ePA gezogen. «Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt», sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

ePA laut Verband nur eingeschränkt praxistauglich

Der Verband bezeichnete die ePA als derzeit nur eingeschränkt praxistauglich und verwies auf technische Störungen sowie zusätzlichen Aufwand in den Praxen. Zwar haben rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten eine ePA angelegt bekommen, aktiv genutzt werde sie jedoch bislang nur von wenigen.

DocMorris: E-Rezept unabhängig von ePA-Nutzung

DocMorris betont hingegen, die Zahl der ausgestellten E-Rezepte sei unabhängig von der Nutzung der ePA. Das E-Rezept sei in Deutschland für nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel verpflichtend und funktioniere technisch losgelöst von der elektronischen Patientenakte. Jedes auf Basis eines E-Rezeptes dispensierte Arzneimittel werde automatisch in der in der ePA geführten Medikationsliste vermerkt.

Zudem wachse die Zahl der online eingelösten E-Rezepte kontinuierlich und unabhängig von der Weiterentwicklung der ePA. Als Treiber nennt der Sprecher von DocMorris unter anderem die CardLink-Technologie, für die eine Anschlusslösung über 2027 hinaus gesichert sei.

Auch der Ausbau der Telemedizin verlaufe ungeachtet der Diskussionen um einzelne ePA-Funktionen dynamisch. Die zu DocMorris gehörende Teleclinic habe im vergangenen Jahr den Umsatz um 124 Prozent gesteigert, so das Unternehmen.

shy/DP/zb/jl

(AWP)