Aktein Schweiz - Der SMI nähert sich den 8500 Punkten an

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch zugelegt. Positive US-Konjunkturzahlen sorgten laut Händlern für eine Fortsetzung der Rekordjagd an der Wall Street und verhalfen dem Dollar zu neuer Stärke.
15.02.2017 17:45
Am Mittwoch Tagessieger bei den Bluechips: die Credit-Suisse-Aktie.
Am Mittwoch Tagessieger bei den Bluechips: die Credit-Suisse-Aktie.
Bild: Bloomberg

"Die Stimmung ist gut. Die Anleger hoffen auf einen Wirtschaftsboom in den USA", sagt ein Börsianer. Gefragt waren vor allem die schwergewichtigen Gesundheitswerte und Bankaktien.

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,7 Prozent auf 8486 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,4 Prozent nachgegeben. Händler hoffen auf einen baldigen Sprung des SMI über die Widerstandszone um 8500 Punkte. "Darüber wäre der Weg frei in Richtung 8700, wenn nicht gar 9000 Punkte", sagt ein Händler.

Die Aktien der Banken tendierten fest. Die Käufer spekulierten darauf, dass die Institute dank der steigenden US-Zinsen bessere Geschäfte machen könnten. US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte bei einer Anhörung vor dem Kongress am Dienstag die Finanzmärkte auf bald steigende Zinsen vorbereitet. Ein solcher Schritt sei auf einer der nächsten Sitzungen "wahrscheinlich angebracht".

CS-Aktie weiter im Hoch

Credit Suisse legen 2,1 Prozent zu und setzten den Aufwärtstrend vom Vortag fort. Sie führen damit die Gewinner unter den Standardwerten an. Die Bank hatte am Dienstag für 2016 zwar einen über den Erwartungen liegenden Verlust präsentiert. Analysten hatten allerdings die Entwicklung der Kapitalquote als positiven Faktor herausgestrichen. Zudem kamen die in Aussicht gestellte Dividende vom 70 Rappen je Aktie sowie der Sparkurs gut an, heisst es am Markt.

Die Anteile der Konkurrentin UBS steigen um 1,3 Prozent und Julius Bär gewinnen 1,7 Prozent. Mit den Aktien von GAM, EFG und Vontobel waren weitere Vermögensverwalter stark gesucht. Die Versicherer rutschen dagegen ins Minus. Swiss Re fallen um 1,4 Prozent. Swiss Life aber rücken 0,9 Prozent vor.

Der festere Dollar verhalf den Anteilen der Pharmafirmen zu steigenden Kursen. Denn mit einem tieferen Franken werden die Ausfuhren in die USA und andere Teile der Welt günstiger. Novartis legen 0,9 Prozent zu und Roche gewinnen 1,7 Prozent. Für beide Firmen sind die USA ein wichtiger Markt.

Die Aktie des Marktschwerstgewichts Nestlé legen am Tag vor der Bilanzvorlage leicht zu. Analysten erwarten ein geringeres Wachstum als im Jahr zuvor.

Aktien exportorientierter Firmen gesucht

Der Dollar verhilft auch den Aktien exportorientierter Firmen wie dem Elektrotechnikkonzern ABB, dem Zementriesen Lafarge-Holcim, dem Maschinenbauer Rieter und der Sanitärtechnikfirma Geberit zu Kursgewinnen.

Die Anteile von Adecco setzen den Aufwärtstrend fort. Der Kurs des Personalvermittlers war am Dienstag im Fahrwasser des Mitbewerbers Randstad gestiegen, dessen Papiere nach einem guten Quartalsbericht gefragt waren.

Clariant fallen um 0,7 Prozent. Die Chemiefirma legt am Donnerstag die Bilanz vor.

Die Papiere von Schindler steigen um 1,5 Prozent. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat den Konzerngewinn 2016 bei einem 3 Prozent höheren Umsatz um gut ein Zehntel auf 823 Millionen Franken gesteigert. Der Auftragsbestand wuchs um knapp 7 Prozent auf gut zehn Milliarden Franken. Die Aktionäre sollen je Titel eine ordentliche Dividende von drei Franken und eine ausserordentliche Dividende von zwei Franken erhalten. "Der Gewinn ist etwas besser und der Umsatz etwas tiefer als erwartet. Positiv ist die Spezialdividende", sagt ein Händler.

Temenos trotz guten Zahlen im Verkauf

Die Aktien von Temenos fallen nach anfänglichen Gewinnen um 3,4 Prozent zurück. Die Banksoftware-Firma hat 2016 das Betriebsergebnis (Ebit) um 19 Prozent auf 186,5 Millionen Dollar gesteigert und plant eine 22 Prozent höhere Dividende von 55 Rappen je Aktie. "Das Ergebnis ist gut, ich kann mir den Kurseinbruch nur mit Gewinnmitnahmen erklären", sagt ein Händler. Ein anderer Börsianer sagt, möglicherweise belaste die geplante Übernahme der australischen Softwarefirma Rubik den Aktienkurs. Die Transaktion soll gut 50 Millionen US-Dollar kosten. Zudem liessen die Ergebnisse kaum Raum für eine Erhöhung der Schätzungen. Daher laute die Konklusion eben auf Verkaufen.

(Reuters)