Der Gewinn des grössten US-Geldhauses JPMorgan Chase klettertein den drei Monaten bis Ende Juni auf 21,2 Milliarden Dollar von 14,99 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Die Erträge im Investmentbanking stiegenallein um 30 Prozent und übertrafen damit die Erwartungen der Bank. Deren Chef Jamie Dimon sagte, sein Geldhaus erhalte Rückenwind - unter anderem durch die gelockerte Regulierung des Bankensektors durch die US-Regierung von Präsident Donald Trump.
Konkurrent Goldman Sachs verdiente im zweiten Quartal 6,63 Milliarden Dollar nach 3,72 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Erträge im Aktienhandel kletterten dabei um satte 72 Prozent auf 7,42 Milliarden Dollar. Goldman Sachs profitierte wie andere US-Geldhäuser unter anderem von der Marktvolatilität infolge des Nahost-Konflikts.
SpaceX gibt IPO-Markt Schub
JPMorgan profitierte seinerseits von einer spürbaren Belebung des weltweiten Fusions- und Übernahmegeschäfts sowie von grossen Börsengängen, zeigten die Zahlen des Geldhauses.Dimon hatte schon im Mai prognostiziert, dass die Einnahmen im Investmentbanking im zweiten Quartal um zehn Prozent oder mehr steigen könnten. Unter anderem begleitete die Bank das Debüt des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk, das mit einer Gesamtbewertung von zwei Billionen Dollar die grösste Erstnotiz der Geschichte war.
Aber damit nicht genug: JPMorgan war an der Fusion von NextEra Energy mit Dominion Energy im Volumen von 67 Milliarden Dollar sowie an einer Aktienplatzierung der Google-Mutter Alphabet im Wert von 85 Milliarden Dollar beteiligt. Daten des Analysehauses Dealogic zufolge überstieg das weltweite M&A-Volumen in diesem Jahr die Marke von drei Billionen Dollar, wobei JPMorgan seine Spitzenposition bei den weltweiten Erträgen im Investmentbanking verteidigte. In Deutschland ist die Wall-Street-Bank unter anderem am Verkaufsprozess für den verstaatlichten Energieriesen Uniper beteiligt.
Marktvolatilität spielt in die Karten
Auch Goldman Sachs hatte beim SpaceX-Börsengang seine Finger im Spiel. Das Momentum habe sich in allen Geschäftsbereichen beschleunigt, betonte Vorstandschef David Solomon. Neben deutlichen Zugewinnen im Aktienhandel legte bei Goldman das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen um 32 Prozent auf 4,59 Milliarden Dollar zu. Auch Goldman spielte die Marktvolatilität in die Karten. Die Bank of America fuhr ebenfalls satte Gewinne ein - sie verdiente im Quartal 9,1 (Vorjahr: 7,2) Milliarden. Ihre Anteilsscheine und die von Goldman legten vorbörslich zu. JPMorgan-Aktien gaben indes nach anfänglichen Gewinnen nach - das Institut erwartet höhere Kosten für das Gesamtjahr.
US-Investmentbanken hatten bereits mit einem guten Jahr gerechnet. Denn die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat ihre Regulierung deutlich gelockert und unterstützt in vielen Fällen grosse Fusionen und Übernahmen. Auch Krisen mit starken Auswirkungen auf die Märkte wie der Konflikt um Iran lassen die Gewinne im Handelsgeschäft steigen. Milliardenschwere Börsengänge von KI- und Raumfahrt-Firmen beleben zudem den Markt.
(Reuters)

