So hat der Leitindex SMI seine anfänglichen Verluste im Verlauf des Vormittags zuletzt komplett eingedämmt und ist leicht ins Plus gedreht. Vor allem die Kursverluste der beiden Pharma-Schwergewichte erweisen sich aber als Bremsklotz für den Gesamtmarkt. Im weiteren Handelsverlauf dürften zunächst die Zahlen der US-Grossbank JPMorgan vor allem für die hiesigen Banken von Bedeutung sein. Es folgen dann noch die US-Konsumentenpreise und am Abend das Protokoll der letzten US-Notenbank-Sitzung, was beides die Investorenstimmung massgeblich beeinflussen dürfte.

"Gerade mit dem Start der Berichtssaison könnte sich der Fokus der Anleger in den kommenden Tagen weg von den Sorgen in Sachen Geldpolitik hin zu Hoffnungen auf gute Zahlen aus den Unternehmen verschieben", heisst es in einem aktuellen Kommentar. "Am Aktienmarkt dürfte spätestens dann die Entscheidung zwischen steigenden Unternehmensgewinnen auf der einen Seite und steigender Inflation auf der anderen Seite fallen." Denn an sich habe sich an den Belastungsfaktoren der letzten Tage grundsätzlich wenig geändert, betonen Marktteilnehmer. Allerdings träten die Auswirkungen immer deutlicher zu Tage. Fragezeichen stünden auch weiterhin hinter der weiteren Entwicklung vom chinesischen Immobilienriese Evergrande, der am (gestrigen) Dienstag zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen die Zahlung von Anleihezinsen verpasst hat.

Der SMI tritt gegen 11.05 Uhr mit +0,04 Prozent auf der Stelle bei 11'761,63 Zählern. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,28 Prozent auf 1904,49 und der breite SPI ebenfalls um 0,28 Prozent auf 15'87,08 Punkte. Im SLI stehen 17 Gewinnern 13 Verlierer gegenüber.

Unter den grössten Verlierern sind Zykliker wie Holcim (-1,2 Prozent) und Adecco (-0,5 Prozent) zu finden. Holcim leiden unter einer Abstufung durch die Bank of America, die zugleich auch das Kursziel um etwa ein Drittel gekappt hat.

Insgesamt schwächer präsentiert sich auch der Finanzsektor: Angeführt von CS, die sich um 1,2 Prozent verbilligen, fallen auch die Anteilsscheine der Swiss Re, Zurich, UBS, Swiss Life und Julius Bär um bis zu 1,1 Prozent zurück.

Es sind aber vor allem die Kursverluste der beiden Pharmaschwergewichte, die den Gesamtmarkt ausbremsen. So fallen Novartis um 0,7 Prozent, und Roche geben um 0,4 Prozent nach. Roche wird bereits in der kommenden Woche über den Geschäftsverlauf im dritten Quartal berichten, Novartis eine Woche später. Analysten sorgen sich vor allem um das Onkologie-Geschäft der Grosskonzerne, das sich bis heute nicht komplett von der Coronakrise erholt habe.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé, ist mittlerweile mit +0,3 Prozent ins Plus gedreht. Der Nahrungsmittelkonzern hat am Morgen mit verschiedenen Mitteilungen für etwas Gesprächsstoff gesorgt.

Während Nestlé sich damit am unteren Ende der Gewinnerliste befindet, sind Straumann und Temenos die Top-Favoriten mit Aufschlägen von jeweils annähernd 4 Prozent. Der Bankensoftwarehersteller Temenos hat von der amerikanischen Finanztechnologie-Firma Green Dot einen Auftrag an Land gezogen. Händler verweisen zudem auf den deutschen Software-Konzern SAP, der von einer starken Cloud-Nachfrage profitiert hat.

Insgesamt gesucht sind auch Vertreter aus dem MedTech- und Lifescience-Bereich wie Lonza (+2,4 Prozent), Sonova (+2,2 Prozent) oder Alcon (+0,9 Prozent).

Eher uneinheitlich reagieren unterdessen die Aktien der beiden Uhrenhersteller Richemont (+1,2 Prozent) und Swatch (-0,6 Prozent) auf den Nachrichtenfluss aus der Branche. Der französischen LVMH-Konzern hatte am Vorabend einen Umsatzsprung gemeldet.

Im breiten Markt stechen Bossard mit +5,8 Prozent nach Zahlen hervor. Noch deutlicher ziehen VAT und DKSH an, die beide um mehr als 6 Prozent anziehen. Bei der DKSH befeuert ein Analystenkommentar die Kauflaune.

Dem stehen Abgaben von mehr als 8 Prozent bei Relief Therapeutics und 1,2 Prozent beim Flughafen Zurich gegenüber. Der Flughafen hatte am Vorabend seine jüngsten Verkehrszahlen veröffentlicht.

(AWP)