Die Befragten gehen im Schnitt davon aus, dass die erneuerbaren Energien in zehn Jahren fast die Hälfte des Schweizer Energiemix ausmachen werden. Sie glauben zudem, dass der Anteil der Fossilen von 45 auf 25 Prozent gesenkt werden kann und die Bedeutung der Kernenergie nicht einmal mehr halb so gross sein wird wie heute.

Für die Befragten schreite die Energiewende zu langsam voran, heisst es in der am Donnerstag publizierten Studie weiter. Wenn es um konkrete Massnahmen geht, sind die Schweizerinnen und Schweizer allerdings skeptischer. Einzig die Subventionierung von erneuerbaren Energien wird von einer klaren Mehrheit unterstützt.

Eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Wasserkraft, durchgehende Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden sowie Solarparks. Umstrittener sind Windparks, Geothermie-Kraftwerke sowie Atomkraftwerke. Nur 29 Prozent befürworten Windenergieanlagen in der näheren Umgebung, bloss 24 Prozent ein AKW.

Hoffen auf neue Technologien

Im Zentrum der Studie "Lebenswerte Zukunft" stehen die gesellschaftlichen Herausforderungen rund um den Klimawandel. Laut den Autoren wird aus der Befragung deutlich, dass für die Schweizer Bevölkerung zum Wohlstand eine intakte Natur und Umwelt gehört.

Politische Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels werden laut der Studie eher kritisch gesehen. Auf positive Resonanz stossen hingegen die neuen Technologien, insbesondere im Bereich der Energie. Als besonders wünschenswert wird hier die Solarenergie wahrgenommen.

Verwendet wurden die Angaben von 2857 Personen in der Schweiz, die im Juni/Juli 2022 befragt wurden. Die Umfrage wurde auch unter gut 1000 Deutschen durchgeführt. In einigen Fragen gab es Abweichungen, etwa bei der Bewertung von Wohlstand. Während für Schweizer dazu eine intakte Natur gehört, verbinden Deutsche den Begriff stärker mit "Geld für schöne Dinge".

(AWP)