Seit Mitte Januar zog der Kurs um etwas mehr als 900 Dollar oder rund 20 Prozent an. Seit Ende 2025 ist Gold bereits wieder um fast 29 Prozent teurer geworden, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegen war. Gold bleibt damit eine der gefragtesten Anlageklassen.
Ein Rekordpreis wurde auch für Silber gezahlt. Hier wurde am Donnerstagnachmittag ein Höchstwert von 121,65 Dollar je Unze erreicht. Silber war in den vergangenen Wochen und Monaten noch stärker gefragt als Gold. 2025 war der Preis für Silber um knapp 150 Prozent gestiegen.
Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als «sichere Häfen» in Krisenzeiten. In den vergangenen Wochen haben zahlreiche geopolitische Risiken wie der US-Angriff auf Venezuela, die Grönland-Krise oder die angespannte Lage im Iran die Anleger verunsichert.
Zuletzt hat US-Aussenminister Marco Rubio dem Iran mit einem militärischen Präventivschlag gedroht, falls die Führung in Teheran Angriffe auf US-Einrichtungen plane. An den Finanzmärkten schürt das Sorgen vor einem Übergreifen der geopolitischen Risiken auf die gesamte Region am Persischen Golf.
Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Neben der Flucht in sichere Anlagen gilt daher auch eine stärkere Nachfrage im Zuge einer stärkeren konjunkturellen Entwicklung als Preistreiber.
Neben den Edelmetallen ist auch Kupfer stark gefragt. Am Donnerstag wurde eine Tonne Kupfer an der Rohstoffbörse in London bei 14.400 Dollar gehandelt. Das sind etwa 10 Prozent mehr als am Vortag und so viel wie noch nie. Zudem ist es der stärkste Preissprung seit 2009.
Am Markt wurde der Anstieg mit einer steigenden Nachfrage aus China begründet. Seit etwa einem halben Jahr geht es mit dem Kupferpreis tendenziell nach oben, wobei der Anstieg seit Dezember kräftig an Tempo gewonnen hat. Am Markt wurde auf die US-Wirtschaft verwiesen, die zuletzt überraschend stark gewachsen war.
Jüngste Konjunkturdaten deuten auf eine weiter robuste US-Wirtschaft hin, was tendenziell auch einen höheren Verbrauch von Industriemetallen zur Folge hat. Ausserdem wird mit einer wachsenden Nachfrage nach Kupfer für Rechenzentren und für den Ausbau der Alternativen Energien gerechnet. Generell wird Kupfer vor allem in der Elektrotechnik, in der Bauwirtschaft und im Maschinenbau gebraucht.
Im vergangenen Jahr ist der Preis für Kupfer bereits um 42 Prozent gestiegen. Zuletzt wurden Lieferungen in die USA wegen der Erwartung von möglichen Zöllen deutlich erhöht, was zu einem knappen Angebot in anderen Regionen der Welt führte./jkr/jsl/he
(AWP)

