Analysten bewerten zwar den Zahlenausweis von SGS grundsätzlich positiv. Der Warenprüfkonzern ist schneller als erwartet gewachsen und hat mit Blick auf die Profitabilität die Vorgaben erfüllt. Nach dem guten Lauf der vergangenen Wochen führen Händler den Rücksetzer auf Gewinnmitnahmen und anhaltende Zollsorgen zurück.
Gegen 09.40 Uhr fallen die SGS-Papiere um 2,3 Prozent auf 93,70 Franken zurück. Damit legen sie eine Verschnaufpause ein, nachdem es an der Börse seit Anfang April kontinuierlich nach oben gegangen war. Damals waren die Titel unter dem Eindruck des Krieges zwischen dem Iran und den USA unter die Schwelle von 83 Franken gefallen. Der Gesamtmarkt steht derweil am Berichtstag gemessen am SMIM mit 0,4 Prozent im Plus.
Einige Investoren dürften bei SGS nach dem Aufschwung Gewinne ins Trockene bringen, wohl auch weil sich die Lage im Nahen Osten wieder zuspitzt und US-Präsident Donald Trump die nächste Zollrunde eingeläutet hat. Bislang hätten sich der TIC-Sektor (Testing, Inspection, Certification) und sein Branchenprimus SGS vor dem Hintergrund der Krise am Golf von Hormus und der Wachstumsverlangsamung im Welthandel dynamisch entwickelt, heisst es bei der ZKB.
Zum Zahlenausweis von SGS schlagen Analysten derweil durchwegs positive Töne an. Die Gruppe lege eine starke Wachstumsdynamik bei guter Profitabilität an den Tag, so die ZKB-Analysten weiter. Und im Bernstein-Kommentar wird das Zahlenset als solide bewertet, wobei die Gruppe im zweiten Quartal vor allem im Geschäft mit Konsumgütern, Gesundheit und Rohstoffen das Wachstum beschleunigt habe. Auch die Margen seien, mit Ausnahme in der Industrie, gestiegen.
Trotz der angespannten geopolitischen Lage und des dadurch belasteten Industriegeschäfts habe SGS gutes Wachstum erzielt, heisst es bei JPMorgan. Positiv hätten die Bereiche «Health & Nutrition» sowie «Natural Resources» überrascht, wobei Letzterer trotz Störungen im Nahen Osten.
Etwas höher als erwartet sind laut den JPMorgan-Experten die im Halbjahr von SGS verbuchten Restrukturierungskosten und sonstige Aufwendungen ausgefallen. Da wollen die Analysten wissen, was für die zweite Jahreshälfte vom Management erwartet wird.
SGS setze die 2027-Strategie weiter konsequent und erfolgreich um, wobei die Gruppe die gesetzten Ziele trotz erheblicher Gegenwinde voraussichtlich übertreffen werde, so die Bank Vontobel. Die Analysten erwarten, dass die Gruppe am Investorentag im November bei der Vorlage neuer Ziele auch weitere Argumente für den Kauf der Aktie liefern werde.
(AWP)

