Für einen Sportartikelhersteller wie Nike bedeutet das Verpassen des Endspiels seiner Teams den Verlust zusätzlicher Einnahmen aus dem Verkauf von Fanartikeln. Die Trikots von Lionel Messi und Lamine Yamal, die am Wochenende in den USA und darüber hinaus zu sehen waren, bescherten dem grössten Nike-Konkurrenten zusätzliche Umsätze.
«Ich weiss, dass das Ende nicht das war, wovon wir geträumt haben», schrieb Camilo Andrade, Vice President und General Manager von Nike Football, laut einem von Bloomberg News eingesehenen Memo nach Abschluss des Turniers. Zugleich betonte er: «Unabhängig vom Ergebnis und davon, wer den Pokal in die Höhe hielt, haben wir unsere Aufgabe erfüllt.»
Nike, das sich unter Vorstandschef Elliott Hill neu aufgestellt und den Fokus stärker auf den Sport ausgerichtet hat, betrachtete die Weltmeisterschaft als wichtige Chance, im Fussball Boden gutzumachen. «Wir haben den Plan umgesetzt, den wir umsetzen wollten. Wir haben das kontrolliert, was wir kontrollieren konnten», schrieb Andrade in dem Memo. Er räumte zugleich ein, dass es Rückschläge gegeben habe.
«Gegen alle Widerstände und trotz unzähliger Herausforderungen hat dieses Fussballteam nicht nur die grösste Comeback-Geschichte geschrieben, sondern Nike und der Welt auch Gründe gegeben, an Erfolg zu glauben», schrieb Andrade.
Die Trikots von Nike waren bereits vor dem Turnier kritisiert worden, weil sich der Stoff im Schulterbereich wellte. Zudem führten Produktionsverzögerungen dazu, dass ein Teil der für das Turnier vorgesehenen Ware die Händler nicht wie geplant erreichte.
Nike habe «eine aussergewöhnlich grosse Chance, den Frauenfussball anzuführen und zu prägen», schrieb Andrade. Die Frauenfussball-Weltmeisterschaft findet im kommenden Jahr in Brasilien statt. Nike stattete bei der Weltmeisterschaft unter anderem die Nationalteams der USA, Kanadas und Norwegens aus. «Macht weiter, glaubt weiter, versucht es weiter. Dann wird die Dominanz kommen», schrieb Andrade.
Auch ausserhalb des Fussballs feierten von Adidas gesponserte Athleten in den vergangenen Monaten mehrere Erfolge. Zwei Adidas-Läufer erzielten beim London-Marathon Rekordzeiten und durchbrachen die Zwei-Stunden-Marke, die auch Nike seit Langem anstrebt. Ein weiterer Läufer, Josh Kerr, stellte in Brooks-Schuhen einen Weltrekord über die Meile der Männer auf.
Nike steht weiterhin unter Druck, sich von einer längeren Phase unterdurchschnittlichen Umsatzwachstums zu erholen. Das Unternehmen erzielte zwar Verbesserungen in den USA und im Laufsegment, kämpfte jedoch weiter mit anhaltender Schwäche in China sowie bei seiner Marke Converse.
(Bloomberg)

