Die Aktien der Partners Group verlieren im Wochenvergleich 3,2 Prozent und verzeichnen damit den höchsten Kursverlust unter den 20 SMI-Titeln. Bis Mitte April hatte sich der Titel noch vom Jahrestief bei 766 Franken auf ein Zwischenhoch von 949 Franken vorgearbeitet, ehe die Talfahrt erneut einsetzte. Seit Jahresbeginn verlieren die Valoren 15 Prozent.
Die Aktie leidet in der jüngeren Vergangenheit unter Sektor-Themen wie Engagements im Softwarebereich, Rücknahmen im Private-Credit-Bereich oder Fragen zur Höhe der Bewertungen in den Private-Equity-Portfolios. Erfreulicherweise ist die Firma seit Anfang März bemüht, mehr Transparenz in das Geschäft zu bringen.
Trotzdem konnte sich der Aktienkurs bisher kaum erholen. Ein wichtiger Grund dafür sind die gestiegenen Zinsen. Sie erhöhen die Finanzierungskosten der Unternehmen im Portfolio und können dadurch den Druck im Private-Credit-Bereich verstärken. Auch die Bewertungen im Private-Equity-Geschäft leiden unter dem Zinsanstieg. Höhere Zinsen führen zu höheren Diskontierungssätzen, wodurch die rechnerischen Werte der illiquiden Anlagen sinken.
Zusätzlich belastet das aktuelle Marktumfeld das Transaktionsgeschäft, da teureres Fremdkapital fremdfinanzierte Übernahmen erschwert. Dadurch werden Unternehmensverkäufe schwieriger oder sind nur zu niedrigeren Bewertungen möglich. Die Folge sind längere Haltedauern der Beteiligungen und weniger kurzfristige Einnahmen aus Performance-Gebühren.
Optimistische Analysten
Die mediokre Kursperformance steht im Gegensatz zu den Einschätzungen der Analysten. Gemäss AWP-Analyser empfehlen elf Experten den Titel mit «Kaufen» und fünf mit «Halten». Eine Verkaufsempfehlung liegt nicht vor und das durchschnittliche Kursziel liegt mit 1198 Franken weit über den zuletzt bezahlten Kursen.
Die jüngste Researchstudie der Deutschen Bank (DB) preist die Aktien von Partners Group mit «Buy» und einem Kursziel von 1100 Franken an. Deren Experte, Sharath Kumar, sah sich nach der Publikation der Ergebnisse des ersten Quartals 2026 dank starker Mittelzuflüsse, stabiler Rücknahmen und solider Realisierungen beruhigt. Der Analyst glaubt, dass das Unternehmen aus Baar gut mit den negativen Entwicklungen in der Branche umgehen kann und die Transaktionsaktivitäten sich trotz geopolitischer Unsicherheiten weiterhin positiv entwickeln. «Trotz der gesenkten Gewinnschätzungen untermauert unser prognostiziertes Gewinnwachstum von 10 Prozent bis 2029, verbunden mit einer attraktiven Bewertung und der Qualität des Unternehmens, unsere Kaufempfehlung», so die Konklusion des DB-Experten.
Manch einer mag sich die Augen reiben, weil die Analysten an den Kaufempfehlungen festhalten, trotz Unsicherheiten am Markt. Der Grund ist dem von Partners Group in den vergangenen Jahren aufgebauten Geschäftsmodell geschuldet. Ähnlich wie der US-Konkurrent Blackstone ist Partners Group ein klassischer alternativer Vermögensverwalter. Wurde zu Gründerzeiten noch viel eigenes Kapital eingesetzt, investiert das Unternehmen nun hauptsächlich fremdes Geld von institutionellen Anlegern. Die Haupteinnahmequellen sind somit stetige, prognostizierbare Gebühren auf den verwalteten Vermögen – sogenannte Assets under Management – sowie Erträge aus Erfolgsbeteiligungen. Diese vorhersehbaren, wiederkehrenden Einnahmen ermöglichen einen hohen Gewinnmultiplikator, der sich in der Bewertung widerspiegelt.
Hohe Dividendenrendite
Die Attraktivität der Aktie dürfte für viele Anlegerinnen und Anleger in der hohen Dividendenrendite von 5,5 Prozent liegen. Und die Konsensschätzung der Analysten geht gemäss Daten von Bloomberg von weiter steigenden Ausschüttungen aus. Diese sollten nach 2025 mit 46 Franken für das Geschäftsjahr 2026 bei 48 Franken, 2027 bei 51 Franken und 2028 bei 53 Franken zu stehen kommen. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Ausschüttungsquote über 90 Prozent liegt und entsprechend wenig Spielraum nach unten besteht, damit die zukünftigen Dividendenerhöhungen Tatsache werden.
Wer die Aktie im Depot hat, kann sie getrost dort liegen lassen für die nächsten zwei Jahre. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16x werden Partners Group praktisch auf dem tiefsten Niveau der letzten fünf Jahre gehandelt. Ebenso können Neuengagements in Betracht gezogen werden. Wer nun aber auf einen erneut starken Rebound der Aktien hofft, könnte enttäuscht werden. Geduld ist gefragt, bis sich der Nebel rund um die Bewertungen von Private Credit und Private Equity gelichtet hat. Das benötigt Zeit und Geduld.
Im Durchschnitt beträgt die jährliche Gesamtrendite des Swiss Market Index (SMI) über die letzten zehn Jahre 8,4 Prozent pro Jahr, während Partners Group 10,7 Prozent ablieferte. Basierend auf der aktuellen Dividendenrendite von 5,5 Prozent müsste die Aktie deshalb um etwas mehr als 6 Prozent pro Jahr zulegen, um den gleichen Wert wie in den vergangenen zehn Jahren zu egalisieren. Das scheint selbst in einem schwierigeren Umfeld dank der günstigeren Bewertung ein realistisches Unterfangen.

